Zertifizierung/Audit

Was ist Konformitätsbewertung?

Definition

Konformitätsbewertung: Konformitätsbewertung ist der Oberbegriff nach ISO/IEC 17000 für alle Tätigkeiten, die nachweisen, dass ein Produkt, Prozess, System oder eine Person festgelegte Anforderungen erfüllt; Zertifizierung ist dabei nur eine von mehreren Formen der Konformitätsbewertung neben Inspektion, Prüfung und Kalibrierung.

ISO/IEC 17000 unterscheidet mehrere Konformitätsbewertungstätigkeiten, die sich in Methode und Ergebnis unterscheiden:

  • Zertifizierung: Bestätigung, dass ein Managementsystem, ein Produkt oder eine Person definierte Anforderungen dauerhaft erfüllt, meist mit zeitlich befristetem Zertifikat
  • Inspektion: Einmalige oder wiederkehrende Untersuchung eines Objekts, etwa einer Anlage, auf Konformität zu einem festgelegten Zeitpunkt
  • Prüfung: Ermittlung von Merkmalen eines Prüfobjekts nach einem festgelegten Verfahren, häufig im Labor
  • Kalibrierung: Vergleich eines Messgeräts mit einem Referenznormal zur Bestimmung der Messabweichung

Rechtlich eingebettet ist die Konformitätsbewertung in Deutschland und der EU vor allem über die EU-Verordnung 765/2008, die Anforderungen an Akkreditierung und Marktüberwachung im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten festlegt. Für CE-gekennzeichnete Produkte etwa ist die Konformitätsbewertung durch eine benannte Stelle oft verpflichtender Bestandteil des Marktzugangs.

Wichtig für das Verständnis: Nicht jede Konformitätsbewertung führt zu einem Zertifikat. Ein Prüfbericht oder ein Inspektionsergebnis kann ebenfalls Konformität dokumentieren, ohne dass ein Zertifikat im engeren Sinn ausgestellt wird.

Durchgeführt werden Konformitätsbewertungen von sogenannten Konformitätsbewertungsstellen, zu denen neben Zertifizierungsstellen auch Prüf- und Kalibrierlaboratorien sowie Inspektionsstellen zählen. Ob eine solche Stelle selbst akkreditiert sein muss, hängt vom jeweiligen Anwendungsbereich ab: Während viele B2B-Zwecke auch eine nicht akkreditierte Konformitätsbewertung akzeptieren, verlangen bestimmte gesetzlich geregelte Bereiche, etwa im Rahmen von CE-Kennzeichnungen für bestimmte Produktgruppen, zwingend eine akkreditierte oder benannte Stelle. Unternehmen sollten deshalb vor Beauftragung klären, welcher Anwendungsfall konkret vorliegt.

Relevanz für die Zertifizierung

Für Unternehmen, die ein Managementsystem zertifizieren lassen wollen, ist relevant, dass die ISO-Zertifizierung nur eine spezielle Ausprägung der Konformitätsbewertung ist, die sich auf Managementsysteme, nicht auf einzelne Produkte, bezieht. Wer daneben produktbezogene Nachweise benötigt, etwa eine CE-Konformitätserklärung, braucht zusätzlich zur Managementsystem-Zertifizierung gegebenenfalls eine gesonderte Konformitätsbewertung durch eine benannte Stelle.

Häufige Fragen zu Konformitätsbewertung

Nein, Zertifizierung ist nur eine von mehreren Formen der Konformitätsbewertung nach ISO/IEC 17000. Weitere Formen sind Inspektion, Prüfung und Kalibrierung, die jeweils eigene Methoden, Ergebnisformate und beteiligte Stellen haben, auch wenn im Alltagssprachgebrauch die Begriffe häufig ungenau vermischt werden.

Die Verordnung 765/2008 regelt EU-weit einheitliche Vorgaben für Akkreditierung und Marktüberwachung im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten und bildet damit den rechtlichen Rahmen, innerhalb dessen Konformitätsbewertungsstellen in Europa tätig werden, unabhängig vom jeweiligen Mitgliedstaat und dessen nationaler Akkreditierungsstelle.

Nein, benannte Stellen sind vor allem für die produktbezogene Konformitätsbewertung im Rahmen von CE-Kennzeichnungen relevant. Managementsystem-Zertifizierungen wie ISO 9001 oder ISO 27001 werden von Zertifizierungsstellen durchgeführt, die keine benannten Stellen im engeren Sinn sein müssen, auch wenn beide Begriffe oft verwechselt werden.

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