ISO 9001/QM

Was ist Maschinenfähigkeit?

Definition

Maschinenfähigkeit: Maschinenfähigkeit bezeichnet den statistischen Nachweis, dass eine Maschine unter kurzfristigen, besonders kontrollierten Bedingungen die geforderten Toleranzen zuverlässig einhält; sie wird über die Kennwerte cm (Streuung) und cmk (inklusive Lageabweichung zur Toleranzmitte) ausgedrückt.

Eine Maschinenfähigkeitsuntersuchung (MFU) erfasst eine vergleichsweise kleine, aber statistisch ausreichende Stichprobe unter besonders kontrollierten Bedingungen: ein Bediener, kein Werkzeugverschleiß, kurzer Zeitraum, meist direkt nach Inbetriebnahme oder Instandsetzung einer Maschine. Sie beantwortet damit ausschließlich die Frage, ob die Maschine selbst grundsätzlich fähig ist — nicht, ob der spätere Serienprozess mit allen realen Einflussfaktoren dauerhaft stabil bleibt.

KennwertBedeutungTypischer Grenzwert
cmStreubreite zur Toleranzohne Lagebezug
cmkStreuung inkl. Lageabweichunghäufig ≥ 1,67

Von der Prozessfähigkeit (Cp/Cpk) unterscheidet sich die Maschinenfähigkeit im Erhebungsumfang: Cp/Cpk bezieht eine größere Stichprobe über einen längeren Produktionszeitraum ein und berücksichtigt damit auch Werkzeugverschleiß, Materialschwankungen und unterschiedliche Bediener. Der geforderte cmk-Grenzwert liegt deshalb meist höher als der spätere Cpk-Grenzwert, da unter den kontrollierten MFU-Bedingungen weniger Streuungsursachen auftreten.

Verbindlich vorgeschrieben ist ein bestimmter cmk-Wert vor allem im Automobilumfeld über IATF 16949 — eine Norm, die KCERT nicht zertifiziert. ISO 9001 selbst nennt in Kapitel 8.5 und 9.1 keinen konkreten Zahlenwert, verlangt aber eine geeignete Prozesslenkung und Nachweisführung bei qualitätskritischen Merkmalen. Eine MFU wird meist einmalig zur Freigabe einer neuen oder überholten Maschine durchgeführt, während die laufende Serienüberwachung anschließend kontinuierlich über Qualitätsregelkarten oder wiederkehrende Prozessfähigkeitsuntersuchungen erfolgt.

Relevanz für die Zertifizierung

Für Unternehmen außerhalb der Automobilindustrie, die KCERT nach ISO 9001 zertifiziert, ist eine Maschinenfähigkeitsuntersuchung meist kein Pflichtnachweis, aber ein starkes, objektives Argument bei qualitätskritischen Merkmalen — sie zeigt im Audit, dass Prozessfähigkeit faktenbasiert und nicht nur behauptet wird. Bestehen vertragliche Kundenanforderungen mit konkretem cmk-Grenzwert, prüft der Auditor zusätzlich, ob diese in die eigene Qualitätsplanung übernommen wurden. Auch ohne vertragliche Vorgabe hilft ein dokumentierter cm/cmk-Nachweis bei Reklamationen, den Ursprung eines Fehlers zwischen Maschine und übrigem Prozess sauber einzugrenzen.

Häufige Fragen zu Maschinenfähigkeit

Sie misst, ob eine einzelne Maschine unter kurzfristigen, besonders kontrollierten Bedingungen — ein Bediener, kein Werkzeugverschleiß, kurzer Zeitraum — die geforderten Toleranzen zuverlässig einhält. Der Kennwert cm betrachtet nur die Streubreite, cmk berücksichtigt zusätzlich eine mögliche Verschiebung der Lage zur Toleranzmitte und gilt deshalb als aussagekräftiger.

Nein, ISO 9001 nennt keinen konkreten cmk-Grenzwert und schreibt keine MFU wörtlich vor. Verpflichtend ist sie vor allem in der Automobilindustrie über IATF 16949, eine Norm, die KCERT nicht zertifiziert. ISO 9001 verlangt in Kapitel 8.5 und 9.1 lediglich eine geeignete, nachvollziehbare Prozesslenkung.

Die Maschinenfähigkeit prüft nur die Maschine selbst anhand einer kleinen Stichprobe unter kontrollierten Bedingungen. Die Prozessfähigkeit bezieht eine größere Stichprobe über einen längeren Zeitraum ein und schließt reale Einflüsse wie Werkzeugverschleiß oder Bedienerwechsel mit ein, weshalb ihr Grenzwert meist niedriger angesetzt wird als bei der Maschinenfähigkeit.

Verwandte Begriffe

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