Control Plan: Ein Control Plan ist ein Dokument aus der automobilen Qualitätsplanung (APQP/IATF 16949), das festlegt, welche Prozess- und Produktmerkmale wie, wie oft und mit welchem Prüfmittel überwacht werden und wie bei Abweichungen reagiert wird.
Ein Control Plan listet je Prozessschritt das geprüfte Merkmal, die Spezifikation oder Toleranz, die Prüfmethode und das eingesetzte Prüfmittel, den Stichprobenumfang und die Prüffrequenz sowie den Reaktionsplan bei Grenzwertüberschreitung. Er wird meist über drei Phasen fortgeschrieben: Prototyp, Vorserie und Serienproduktion, jeweils mit wachsender Reife der Prüfschärfe und zunehmend stabilisierten Prozessen.
| Phase | Fokus |
|---|---|
| Prototyp | Erste Machbarkeitsprüfung einzelner Merkmale |
| Vorserie | Erweiterte Prüfung vor Serienanlauf |
| Serie | Laufende Prozess- und Produktüberwachung |
Control Plans entstehen im Rahmen der Advanced Product Quality Planning (APQP) und stehen in engem Zusammenhang mit FMEA, Erstbemusterung (PPAP) und der Fähigkeitsuntersuchung von Prozessen anhand des Cpk-Werts. Sie sind ein Kernwerkzeug der Automobilindustrie, werden aber auch in anderen Fertigungsbranchen mit hohen Qualitätsanforderungen freiwillig genutzt, um Prozess- und Produktüberwachung nachvollziehbar zu dokumentieren und Reaktionen auf Abweichungen im Vorfeld festzulegen, statt sie im Ernstfall zu improvisieren.
In der Praxis pflegen viele Betriebe den Control Plan als lebendes Dokument: Nach jeder Reklamation oder Prozessänderung wird geprüft, ob Merkmal, Prüffrequenz oder Reaktionsplan noch zur tatsächlichen Fertigungssituation passen. Diese Pflege verknüpft den Control Plan eng mit dem 8D-Report, der bei Reklamationen die Ursachenanalyse und die daraus folgenden Anpassungen dokumentiert.
Relevanz für die Zertifizierung
Radikale Ehrlichkeit: Ein Control Plan wird in der Praxis vor allem über IATF 16949 verlangt, nicht über die reine ISO 9001. KCERT zertifiziert ISO 9001 im nicht akkreditierten Bereich – IATF 16949 zertifiziert KCERT nicht, und für Automobilzulieferer ist ohnehin eine bei der IATF akkreditierte, von den Auftraggebern anerkannte Zertifizierungsstelle zwingend erforderlich. Unternehmen, die primär allgemeine ISO 9001 Anforderungen aus Kapitel 8.5 (Produktion und Dienstleistungserbringung) und Kapitel 9.1 (Überwachung und Messung) erfüllen wollen, können einen Control Plan dennoch freiwillig als bewährtes Werkzeug für eine nachvollziehbare Prozesslenkung einsetzen, ohne dass die Norm ihn namentlich fordert.
Häufige Fragen zu Control Plan
Nein, ISO 9001 fordert das Dokument nicht namentlich, sondern nur eine wirksame Prozesslenkung nach Kapitel 8.5.1 und eine Überwachung nach Kapitel 9.1. Faktisch verpflichtend wird ein Control Plan meist erst über IATF 16949 oder konkrete Kundenanforderungen aus der Automobilindustrie, etwa im Rahmen einer PPAP-Freigabe.
Nein. KCERT zertifiziert ISO 9001, 14001, 45001, 27001 und 50001 im nicht akkreditierten Bereich. IATF 16949 verlangt zwingend eine bei der IATF akkreditierte und von den Automobilherstellern anerkannte Zertifizierungsstelle – dafür ist KCERT nicht der richtige Ansprechpartner, das sollte vor Auftragsvergabe transparent geklärt werden.
Je Prozessschritt das geprüfte Merkmal, Spezifikation oder Toleranz, Prüfmethode und Prüfmittel, Stichprobenumfang und -frequenz sowie der Reaktionsplan bei Abweichungen. Üblich ist eine Gliederung nach Prototyp-, Vorserien- und Serienphase im Rahmen der Advanced Product Quality Planning (APQP), oft ergänzt um Verweise auf die zugehörige FMEA.