ISO 9001/QM

Was ist ISO-Norm?

Definition

ISO-Norm: Eine ISO-Norm ist ein von der International Organization for Standardization in Genf erarbeiteter, international konsensbasierter Standard – von zertifizierbaren Managementsystem-Normen wie ISO 9001 bis zu rein technischen Produkt- und Maßnormen.

Die ISO mit Sitz in Genf entwickelt Normen im Konsens nationaler Normungsorganisationen – in Deutschland vertreten durch DIN – und veröffentlicht sie nach einem mehrstufigen Abstimmungsverfahren mit Expertengremien aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. International anerkannt werden ISO-Normen dadurch, dass sie freiwillig, aber branchenweit als Stand der Technik oder gute Praxis akzeptiert sind.

Fachlich lassen sich zwei grundverschiedene Normtypen unterscheiden. Managementsystem-Normen wie ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umwelt), ISO 45001 (Arbeitsschutz) oder ISO 27001 (Informationssicherheit) beschreiben Anforderungen an die Organisation und Steuerung eines Unternehmens und sind zertifizierbar: Eine Zertifizierungsstelle prüft im Audit, ob das beschriebene System tatsächlich umgesetzt ist. Seit einigen Jahren folgen fast alle Managementsystem-Normen der High-Level-Structure (Annex SL) – einem einheitlichen Kapitelgerüst, das den kombinierten Aufbau mehrerer Normen im selben Unternehmen erleichtert.

Technische und Produktnormen dagegen – etwa Maß-, Prüf- oder Schnittstellennormen – legen physikalische, geometrische oder methodische Eigenschaften eines Produkts oder Verfahrens fest. Sie werden nicht im gleichen Sinn zertifiziert, sondern über Konformitätsbewertungen, Prüfzeugnisse oder Herstellererklärungen nachgewiesen.

  • Herausgeber: International Organization for Standardization, Sitz Genf
  • Managementsystem-Normen (zertifizierbar): ISO 9001, 14001, 45001, 27001, 50001
  • Technische/Produktnormen (nicht zertifizierbar im gleichen Sinn): Maß-, Prüf-, Schnittstellennormen
  • Gemeinsamer Rahmen der Managementsystem-Normen: High-Level-Structure / Annex SL

Relevanz für die Zertifizierung

Wenn ein Unternehmen sich bei KCERT „nach ISO“ zertifizieren lassen möchte, ist damit immer eine Managementsystem-Norm gemeint – aktuell ISO 9001, 14001, 45001, 27001 oder 50001 –, nie eine technische Produktnorm, die über andere Nachweiswege wie CE-Kennzeichnung oder Konformitätserklärung läuft. Der Auditor prüft im Zertifizierungsaudit ausschließlich die Erfüllung der jeweiligen Managementsystem-Norm gemäß ihrer High-Level-Structure-Kapitel 4 bis 10, nicht die Konformität einzelner Produkte mit technischen Normen – dafür wären andere Stellen und Verfahren zuständig. Wer mehrere Managementsystem-Normen gleichzeitig einführt, profitiert vom gemeinsamen Kapitelgerüst: Viele Anforderungen, etwa zu Kontext der Organisation oder Managementbewertung, lassen sich einmal umsetzen und für alle Normen gemeinsam nachweisen.

Häufige Fragen zu ISO-Norm

Herausgeber ist die International Organization for Standardization (ISO) mit Sitz in Genf. Normen entstehen im Konsens internationaler Expertengremien aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, mit Beteiligung nationaler Normungsorganisationen wie dem DIN in Deutschland, und durchlaufen ein mehrstufiges Abstimmungs- und Veröffentlichungsverfahren, bevor sie als gültige Norm erscheinen.

Nein. Nur Managementsystem-Normen wie ISO 9001, 14001, 45001, 27001 oder 50001 sind im klassischen Sinn zertifizierbar – eine Zertifizierungsstelle prüft im Audit die tatsächliche Umsetzung. Technische Produkt- oder Maßnormen werden dagegen über Konformitätsbewertungen, Prüfzeugnisse oder Herstellererklärungen nachgewiesen, nicht über ein Zertifizierungsaudit.

Die High-Level-Structure (auch Annex SL) ist das einheitliche Kapitelgerüst, dem seit einigen Jahren fast alle Managementsystem-Normen folgen. Für Unternehmen, die mehrere Normen kombinieren wollen – etwa ISO 9001 und 14001 –, bedeutet das weniger doppelte Arbeit, weil gemeinsame Anforderungen wie Kontext der Organisation oder Managementbewertung nur einmal umgesetzt werden müssen.

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