Methoden/IMS

Was ist Annex SL?

Definition

Annex SL: Annex SL ist die vom ISO-Dachgremium festgelegte einheitliche Grundstruktur (High Level Structure) für alle neuen und revidierten Managementsystemnormen, mit identischer Kapitelgliederung und gemeinsamen Kernbegriffen.

Seit 2012 in den ISO/IEC-Direktiven verankert, gibt Annex SL zehn gemeinsame Hauptkapitel vor: unter anderem Kontext der Organisation, Führung, Planung, Unterstützung, Betrieb, Bewertung der Leistung und Verbesserung. Umgesetzt wurde die Struktur erstmals in den Revisionen ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015, gefolgt von ISO 45001:2018, ISO 27001:2013/2022 und ISO 50001:2018. Seit 2021 heißt das zugrunde liegende ISO-Dokument offiziell „Harmonized Structure"; der Name „Annex SL" bleibt in der Praxis aber gebräuchlich.

Kapitel-Nr.Thema
4Kontext der Organisation
5Führung
6Planung
9Bewertung der Leistung

Der Zweck: Managementsystemnormen sollen sich wie Bausteine kombinieren lassen, statt jeweils eigene, inkompatible Strukturen zu verwenden.

Relevanz für die Zertifizierung

Für Unternehmen mit mehreren Normen — etwa ISO 9001 plus ISO 14001 oder ISO 45001 — macht Annex SL ein integriertes Managementsystem mit gemeinsamer Dokumentation praktikabel: Managementbewertung, internes Audit oder Dokumentenlenkung lassen sich einmal gemeinsam betreiben statt getrennt je Norm. Das reduziert auch den Aufwand bei kombinierten Audits durch die Zertifizierungsstelle.

Häufige Fragen zu Annex SL

Inhaltlich gibt es keinen Unterschied. „Annex SL" ist der ursprüngliche Name des zugrunde liegenden ISO-Dokuments aus dem Jahr 2012, „High Level Structure" beziehungsweise seit 2021 offiziell „Harmonized Structure" ist die in der Praxis gebräuchliche Bezeichnung für dieselbe einheitliche Grundstruktur aller modernen ISO-Managementsystemnormen wie 9001, 14001 oder 27001.

Alle modernen ISO-Managementsystemnormen nutzen sie, darunter ISO 9001:2015, ISO 14001:2015, ISO 45001:2018, ISO 27001:2013/2022 und ISO 50001:2018 sowie weitere wie ISO 22301, ISO 37001 oder ISO 42001. Ältere, noch nicht revidierte Normfassungen sowie manche branchenspezifische Standards folgen der einheitlichen Struktur bislang noch nicht vollständig.

Die gemeinsame Struktur erlaubt es, zentrale Prozesse wie Managementbewertung, internes Audit, Risikomanagement oder Dokumentenlenkung einmal gemeinsam für mehrere Normen zu betreiben, statt für jede Norm ein getrenntes System zu pflegen. Das spart spürbar Aufwand beim Aufbau des integrierten Managementsystems und ermöglicht kombinierte statt getrennter, teurerer Zertifizierungsaudits durch die Zertifizierungsstelle.

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