DIN-Norm: Eine DIN-Norm ist eine vom Deutschen Institut für Normung veröffentlichte, technische Regel; sie ist grundsätzlich freiwillig anzuwenden, kann aber durch Gesetze, Verträge oder den Stand der Technik faktisch verbindlich werden.
DIN erarbeitet Normen gemeinsam mit Fachkreisen aus Industrie, Wissenschaft und Verbänden im Konsensverfahren. Viele international bekannte Normen wie ISO 9001 oder ISO 14001 werden in Deutschland zusätzlich als DIN EN ISO veröffentlicht – die Bezeichnung zeigt, dass es sich um eine europäisch und international harmonisierte Norm handelt, die zusätzlich als deutsche Norm übernommen wurde.
| Kürzel | Bedeutung |
|---|---|
| DIN | Nationale deutsche Norm |
| EN | Europäisch harmonisierte Norm |
| ISO | International harmonisierte Norm |
| DIN EN ISO | Norm auf allen drei Ebenen übernommen |
Rechtlich verbindlich wird eine DIN-Norm erst, wenn ein Gesetz, eine Verordnung oder ein Vertrag ausdrücklich darauf verweist, etwa bei Bauvorschriften oder Produktsicherheitsgesetzen. Ohne einen solchen Verweis gilt eine DIN-Norm als anerkannte Regel der Technik, deren Nichteinhaltung im Streitfall dennoch haftungsrechtlich relevant werden kann.
Der Zugriff auf den vollständigen Normtext ist grundsätzlich kostenpflichtig, da DIN sich über den Verkauf der Normwerke finanziert – anders als Gesetzestexte sind Normen also nicht frei im Internet verfügbar. Für viele Managementsystemnormen genügt jedoch bereits ein grundlegendes Verständnis der Kapitelstruktur, während der detaillierte Normtext vor allem bei der praktischen Umsetzung einzelner Anforderungen benötigt wird.
Relevanz für die Zertifizierung
Die für KCERT relevanten Managementsystemnormen ISO 9001, 14001, 45001, 27001 und 50001 sind in Deutschland jeweils als DIN EN ISO veröffentlicht – die Zertifizierung selbst bezieht sich aber immer auf den internationalen ISO-Inhalt, nicht auf eine rein deutsche Zusatzanforderung. Für Unternehmen ist wichtig zu wissen: Eine DIN-Zertifizierung im engeren Sinn gibt es bei diesen Normen nicht separat, die deutsche Kennzeichnung ist lediglich die nationale Übernahme derselben internationalen Norm. Unternehmen, die mehrere DIN-EN-ISO-Normen parallel umsetzen, profitieren von der gemeinsamen High-Level-Structure: Kapitelnummerierung und Grundanforderungen sind über alle modernen Managementsystemnormen hinweg weitgehend identisch aufgebaut, was die Einführung eines integrierten Managementsystems gegenüber getrennten Einzelsystemen spürbar erleichtert.
Häufige Fragen zu DIN-Norm
Grundsätzlich nicht automatisch. Eine DIN-Norm wird erst verbindlich, wenn ein Gesetz, eine Verordnung oder ein Vertrag ausdrücklich darauf verweist. Ohne einen solchen Verweis gilt sie als anerkannte Regel der Technik, deren Missachtung im Haftungsfall aber trotzdem gegen ein Unternehmen sprechen kann, auch ohne direkten gesetzlichen Zwang.
Sie zeigt, dass dieselbe Norm auf drei Ebenen anerkannt ist: ISO als internationale Fassung, EN als europäisch harmonisierte Fassung und DIN als deutsche nationale Übernahme. Inhaltlich handelt es sich um exakt dieselbe Norm, nicht um drei unterschiedliche Anforderungssätze. Beide Ebenen sind inhaltlich deckungsgleich und unterscheiden sich nur in ihrer formalen Herkunft.
Beides gleichzeitig, da es sich inhaltlich um dieselben Normen handelt. KCERT zertifiziert ISO 9001, 14001, 45001, 27001 und 50001, die in Deutschland jeweils identisch als DIN EN ISO veröffentlicht sind. Eine gesonderte, rein deutsche Zusatzzertifizierung gibt es für diese Normen nicht.