ISO 50001/Energie

Was ist DIN EN 16247?

Definition

DIN EN 16247: DIN EN 16247 ist die europäische Norm für Energieaudits, die Methodik und Mindestanforderungen für die systematische Untersuchung des Energieverbrauchs von Gebäuden, Prozessen und Anlagen festlegt; sie ist Grundlage der gesetzlichen Energieauditpflicht nach EDL-G und EnEfG.

DIN EN 16247 gliedert sich in mehrere Teile: Teil 1 beschreibt die allgemeinen Anforderungen an ein Energieaudit, weitere Teile behandeln Gebäude, Prozesse und Transport im Detail. Anders als ISO 50001 ist DIN EN 16247 kein Managementsystem, sondern die Methodik für eine punktuelle Analyse des Energieverbrauchs zu einem bestimmten Zeitpunkt.

MerkmalDIN EN 16247 (Energieaudit)ISO 50001 (Energiemanagementsystem)
CharakterEinmalige MomentaufnahmeFortlaufendes System
WiederholungAlle 4 Jahre gesetzlich vorgeschriebenKontinuierliche Verbesserung
DurchführungQualifizierter EnergieauditorInternes System plus externes Audit
BefreiungswirkungBefreit von wiederkehrender Auditpflicht

Nach dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) und dem Energieeffizienzgesetz (EnEfG) müssen Nicht-KMU alle vier Jahre ein Energieaudit nach DIN EN 16247 durchführen lassen. Wer stattdessen ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 betreibt, ist von dieser wiederkehrenden Einzelpflicht befreit, da das Managementsystem die energetische Bewertung ohnehin kontinuierlich leistet.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besteht die Energieauditpflicht in der Regel ohnehin nicht, die genauen Schwellenwerte sollten im Einzelfall mit dem zuständigen Berater geprüft werden. Stand: September 2026.

Auch Unternehmen ohne gesetzliche Verpflichtung nutzen ein Energieaudit nach DIN EN 16247 gelegentlich als kostengünstigen ersten Schritt, um Einsparpotenziale grob einzuschätzen, bevor sie über den Aufbau eines vollständigen Energiemanagementsystems entscheiden.

Relevanz für die Zertifizierung

KCERT zertifiziert ISO 50001, führt aber keine Energieaudits nach DIN EN 16247 durch – das übernehmen eigenständig qualifizierte, oft beim BAFA gelistete Energieauditoren. Für Unternehmen, die ohnehin unter die Energieauditpflicht nach EDL-G oder EnEfG fallen, lohnt sich ein direkter Kostenvergleich: Ein zertifiziertes ISO-50001-System ersetzt die wiederkehrende Einzelaudit-Pflicht vollständig und liefert zusätzlich ein Zertifikat, das gegenüber Kunden und Lieferketten als Nachweis für systematisches Energiemanagement dient. Wer nur die gesetzliche Mindestpflicht erfüllen will, ohne strategisches Interesse an einem Managementsystem, fährt mit einem einzelnen DIN-EN-16247-Audit oft günstiger – die Entscheidung hängt von Unternehmensgröße, Zielsetzung und vorhandenen Ressourcen ab.

Häufige Fragen zu DIN EN 16247

Nein. DIN EN 16247 beschreibt die Methodik für ein einmaliges Energieaudit, ISO 50001 dagegen ein fortlaufendes Energiemanagementsystem mit externer Zertifizierung. Wer ein ISO-50001-System zertifizieren lässt, erfüllt die gesetzliche Energieauditpflicht nach EDL-G automatisch mit und muss kein separates Energieaudit nach DIN EN 16247 mehr durchführen lassen.

Nach dem Energiedienstleistungsgesetz und dem Energieeffizienzgesetz müssen verpflichtete Unternehmen, in der Regel Nicht-KMU, alle vier Jahre ein Energieaudit nach DIN EN 16247 durchführen lassen. KMU sind meist von dieser Pflicht ausgenommen, die genauen Schwellenwerte sollten im Einzelfall geprüft werden. Stand: September 2026.

Nein. KCERT zertifiziert ausschließlich Managementsysteme nach ISO 50001, nicht einzelne Energieaudits nach DIN EN 16247. Diese führen eigenständig qualifizierte Energieauditoren durch, häufig gelistet beim BAFA. Ein zertifiziertes ISO-50001-System befreit von der wiederkehrenden Energieauditpflicht, ein einzelnes DIN-EN-16247-Audit ersetzt aber keine ISO-50001-Zertifizierung.

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