ISO 9001/QM

Was ist Verfahrensanweisung?

Definition

Verfahrensanweisung: Eine Verfahrensanweisung regelt dokumentiert und verbindlich, wer was wann wie in einem meist abteilungsübergreifenden Ablauf zu tun hat, etwa bei der Reklamationsbearbeitung – Stufe 2 der klassischen QM-Dokumentationspyramide.

Die Verfahrensanweisung bildet die zweite Stufe der klassischen QM-Dokumentationspyramide, direkt unterhalb des QM-Handbuchs und oberhalb der Arbeitsanweisung. Sie legt für einen konkreten, meist abteilungsübergreifenden Ablauf verbindlich fest, wer wann welchen Schritt in welcher Reihenfolge auszuführen hat – etwa in einer Verfahrensanweisung Reklamationsbearbeitung, die von der Erfassung der Kundenmeldung bis zur Abschlussprüfung reicht.

Von der Prozessbeschreibung unterscheidet sie sich in der Ausrichtung: Eine Prozessbeschreibung stellt eher dar, was in einem Prozess passiert – Input, Output, Schnittstellen, oft visuell als Flussdiagramm. Die Verfahrensanweisung regelt zusätzlich normativ, wie genau vorzugehen ist, inklusive Verantwortlichkeiten und Eskalationswegen. In der Praxis verschwimmen beide Formate oft: Viele Unternehmen kombinieren eine grafische Prozessdarstellung mit ergänzendem Fließtext zu den verbindlichen Regeln.

Von der feingranularen Arbeitsanweisung grenzt sich die Verfahrensanweisung durch ihre Reichweite ab: Die Arbeitsanweisung regelt einen einzelnen Arbeitsplatz oder einen einzelnen Handgriff, etwa das Bedienen einer bestimmten Maschine, während die Verfahrensanweisung den gesamten, oft abteilungsübergreifenden Ablauf im Blick hat.

  • Stufe 2 der Dokumentationspyramide: QM-Handbuch, Verfahrensanweisung, Arbeitsanweisung, Formblatt/Aufzeichnung
  • Regelt wer, was, wann, wie in einem abteilungsübergreifenden Ablauf
  • Prozessbeschreibung stellt dar, was passiert – Verfahrensanweisung regelt zusätzlich normativ, wie
  • Arbeitsanweisung: einzelner Arbeitsplatz oder Handgriff – Verfahrensanweisung: gesamter Ablauf

Relevanz für die Zertifizierung

Für ein Audit bei KCERT ist entscheidend, dass eine Verfahrensanweisung nicht nur existiert, sondern tatsächlich gelebt wird: Der Auditor vergleicht im Stufe-2-Audit die dokumentierte Regelung mit der beobachteten Praxis vor Ort und in Interviews mit Mitarbeitenden. Weichen Dokument und gelebte Praxis voneinander ab, ist das eine typische Feststellung. Unternehmen, die neu ein Managementsystem aufbauen, sollten Verfahrensanweisungen daher gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitenden erarbeiten, statt sie am Schreibtisch vorzugeben – das erhöht sowohl Akzeptanz als auch Übereinstimmung im Audit.

Häufige Fragen zu Verfahrensanweisung

Nein, ISO 9001:2015 schreibt keine bestimmte Dokumentenform namentlich vor, sondern verlangt nur angemessene dokumentierte Information nach Kapitel 7.5. Die Verfahrensanweisung ist jedoch ein in der Praxis weit verbreitetes Format, um abteilungsübergreifende Abläufe verbindlich zu regeln, insbesondere bei Prozessen mit hohem Fehlerpotenzial wie der Reklamationsbearbeitung.

Eine Prozessbeschreibung stellt meist visuell dar, was in einem Prozess passiert, mit Input, Output und Schnittstellen. Die Verfahrensanweisung regelt zusätzlich normativ und verbindlich, wie genau vorzugehen ist, inklusive Verantwortlichkeiten. In der Praxis verschwimmen beide Formate häufig, viele Unternehmen kombinieren eine grafische Prozessdarstellung mit ergänzendem, verbindlichem Fließtext.

Die Verfahrensanweisung regelt einen gesamten, oft abteilungsübergreifenden Ablauf wie die Reklamationsbearbeitung. Die Arbeitsanweisung ist feingranularer und beschreibt einen einzelnen Arbeitsplatz oder einen einzelnen Handgriff, etwa das Bedienen einer bestimmten Maschine. Beide Ebenen stehen in der Dokumentationspyramide direkt untereinander und verweisen inhaltlich aufeinander.

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