ISO 9001/QM

Was ist QM-Handbuch?

Definition

QM-Handbuch: Das QM-Handbuch ist das ranghöchste Dokument der klassischen QM-Dokumentationspyramide und beschreibt Aufbau, Prozesse und Grundzüge des Qualitätsmanagementsystems eines Unternehmens. Seit ISO 9001:2015 verlangt die Norm dafür keine namentlich benannte Pflichtdokumentation mehr, sondern nur noch angemessene dokumentierte Information nach Kapitel 7.5.

In der klassischen QM-Dokumentationspyramide bildet das QM-Handbuch die Spitze: Es beschreibt auf oberster Ebene, wie das Unternehmen sein Qualitätsmanagementsystem aufgebaut hat, welche Prozesse zusammenwirken und welche Grundsätze gelten. Darunter folgen Verfahrensanweisungen für abteilungsübergreifende Abläufe, Arbeitsanweisungen für einzelne Arbeitsplätze und schließlich Aufzeichnungen beziehungsweise Formblätter als Nachweise der gelebten Praxis.

Die Vorgängerversion ISO 9001:2008 schrieb in Kapitel 4.2.2 ein Dokument mit dem Namen Qualitätsmanagement-Handbuch ausdrücklich vor. Mit der Revision 2015 ist diese Pflicht entfallen: Die Norm verlangt seither nur noch angemessene dokumentierte Information, ohne Form oder Bezeichnung festzulegen. Ein Unternehmen könnte sein System theoretisch auch ohne ein zusammenfassendes Handbuch dokumentieren.

In der Praxis führen dennoch viele Unternehmen freiwillig weiterhin ein Handbuch, weil es die Struktur des Systems auf wenigen Seiten zusammenfasst, neuen Mitarbeitenden die Orientierung erleichtert und gegenüber Kunden, Auditoren und Geschäftspartnern als kompaktes Aushängeschild dient. Umfang und Detailtiefe liegen dabei vollständig im Ermessen des Unternehmens.

  • Dokumentationspyramide: Handbuch, Verfahrensanweisung, Arbeitsanweisung, Aufzeichnung/Formblatt
  • ISO 9001:2008, Kapitel 4.2.2: Handbuch war namentlich Pflicht
  • ISO 9001:2015: nur noch angemessene dokumentierte Information, kein Pflichtdokument mehr
  • Häufiger Grund für freiwillige Beibehaltung: Struktur, Einarbeitung, Außendarstellung

Relevanz für die Zertifizierung

Für eine ISO-9001-Zertifizierung bei KCERT verlangt der Auditor kein Dokument, das zwingend QM-Handbuch heißen muss – geprüft wird nur, ob die dokumentierte Information Anwendungsbereich, Prozesse und Zusammenhänge des Systems nachvollziehbar beschreibt, unabhängig von der gewählten Form. Wer ganz auf ein zusammenfassendes Handbuch verzichtet, muss diese Informationen an anderer Stelle, etwa in der Prozesslandkarte oder in einzelnen Verfahrensanweisungen, ebenso vollständig hinterlegen. In der Praxis erleichtert ein schlankes Handbuch dem Auditor jedoch den schnellen Einstieg ins System und beschleunigt dadurch häufig das Stufe-1-Audit.

Häufige Fragen zu QM-Handbuch

Nein. Anders als die Vorgängerversion ISO 9001:2008 (Kapitel 4.2.2) schreibt ISO 9001:2015 kein Dokument mit dem Namen QM-Handbuch mehr vor. Verlangt wird nur noch angemessene dokumentierte Information nach Kapitel 7.5, die Anwendungsbereich, Prozesse und Zusammenhänge des Systems beschreibt – in welcher Form, entscheidet das Unternehmen selbst.

Ein Handbuch fasst Aufbau und Grundzüge des Managementsystems auf wenigen Seiten zusammen, erleichtert neuen Mitarbeitenden die Einarbeitung und dient gegenüber Kunden und Auditoren als kompaktes Aushängeschild. Diese praktischen Vorteile bestehen unabhängig von der Normanforderung, weshalb sich die freiwillige Beibehaltung in vielen Betrieben durchgesetzt hat.

Das QM-Handbuch beschreibt das Gesamtsystem auf oberster Ebene, während eine Verfahrensanweisung einen konkreten, meist abteilungsübergreifenden Ablauf verbindlich regelt, etwa die Reklamationsbearbeitung. Beide Ebenen ergänzen sich in der klassischen Dokumentationspyramide: Das Handbuch gibt den Rahmen vor, Verfahrensanweisungen füllen ihn mit konkreten, überprüfbaren Regelungen.

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