ISO 9001/QM

Was ist Lenkung von Dokumenten?

Definition

Lenkung von Dokumenten: Lenkung von Dokumenten bezeichnet die geregelte Erstellung, Prüfung, Freigabe, Verteilung und Aktualisierung von Dokumenten in einem Managementsystem; ISO 9001:2015 fasst diese Anforderung in Kapitel 7.5.3 unter dem Begriff dokumentierte Information.

Der Begriff „Lenkung von Dokumenten" stammt aus älteren Normfassungen; die aktuelle ISO 9001:2015 spricht in Kapitel 7.5 nicht mehr von Dokumenten, sondern einheitlich von „dokumentierter Information" und fasst damit Dokumente und Aufzeichnungen unter einem gemeinsamen Oberbegriff zusammen. Inhaltlich bleibt die Anforderung aber dieselbe: Wichtige Unterlagen müssen kontrolliert erstellt, geprüft, freigegeben, verteilt und bei Änderungen aktualisiert werden.

  • Eindeutige Kennzeichnung (Titel, Datum, Version, Verantwortlicher)
  • Prüfung und Freigabe vor erstmaliger Verwendung
  • Sicherstellung, dass am Einsatzort stets die aktuelle Version vorliegt
  • Kontrollierter Umgang mit veralteten Fassungen (Kennzeichnung oder Entfernung)
  • Schutz vor unbeabsichtigter Änderung, Verlust oder unbefugtem Zugriff

Kapitel 7.5.3 verlangt zusätzlich, den Zugriff, die Verteilung, die Speicherung und die Aufbewahrungsfristen von Dokumenten festzulegen. Bei elektronischen Systemen übernimmt häufig eine Dokumentenlenkungssoftware diese Aufgaben automatisch, etwa durch Versionsverwaltung, Freigabe-Workflows und Zugriffsrechte je Rolle.

Ein klassischer Praxisfehler ist die parallele Nutzung mehrerer Versionsstände – etwa eine aktuelle Version auf dem Server und eine veraltete Ausdruckversion in der Werkstatt –, die im Audit als Nichtkonformität auffällt, sobald ein Mitarbeitender nach der falschen Version arbeitet.

Relevanz für die Zertifizierung

Für kleine Unternehmen reicht zur Erfüllung von Kapitel 7.5.3 oft eine einfache, konsequent gepflegte Ordnerstruktur mit klaren Versionsnummern und einem festen Verantwortlichen für Freigaben – eine teure Dokumentenlenkungssoftware ist keine Voraussetzung für die Zertifizierung. Entscheidend im Audit ist nicht das eingesetzte Werkzeug, sondern der Nachweis, dass am Arbeitsplatz tatsächlich immer die aktuelle Version vorliegt und veraltete Ausdrucke konsequent aus dem Umlauf genommen werden. Wer wächst und die Anzahl der Dokumente deutlich zunimmt, sollte den Umstieg auf eine Software rechtzeitig prüfen, bevor die manuelle Pflege unübersichtlich wird. Ein einfacher Test vor dem Audit: stichprobenartig an drei Arbeitsplätzen prüfen, ob die dort vorliegende Version tatsächlich die aktuell freigegebene ist.

Häufige Fragen zu Lenkung von Dokumenten

Ja, die aktuelle ISO 9001:2015 verlangt sie in Kapitel 7.5.3 unter dem Begriff dokumentierte Information. Dokumente müssen kontrolliert erstellt, geprüft, freigegeben, verteilt und bei Änderungen aktualisiert werden; veraltete Fassungen dürfen am Arbeitsplatz nicht mehr im Umlauf sein. Ohne funktionierende Dokumentenlenkung ist keine Zertifizierung möglich.

Nein, zwingend vorgeschrieben ist keine Software. Kleinere Unternehmen erfüllen die Anforderung häufig mit einer konsequent gepflegten Ordnerstruktur, klaren Versionsnummern und einem festen Freigabe-Verantwortlichen. Eine Dokumentenlenkungssoftware lohnt sich vor allem bei vielen Dokumenten, mehreren Standorten oder häufigen Änderungen, ist aber keine Zertifizierungsvoraussetzung.

Die Lenkung von Dokumenten regelt den kontrollierten Umgang mit aktuell gültigen Dokumenten im laufenden Betrieb. Aufbewahrungsfristen legen dagegen fest, wie lange Aufzeichnungen und abgelaufene Dokumentversionen nach ihrer Gültigkeit noch archiviert werden müssen, etwa aus gesetzlichen oder vertraglichen Gründen. Beide Anforderungen ergänzen sich in Kapitel 7.5.

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