ISO 45001/Arbeitsschutz

Was ist SCC-Zertifizierung?

Definition

SCC-Zertifizierung: Die SCC-Zertifizierung (Sicherheits Certifikat Contraktoren) ist ein branchenspezifischer Arbeitsschutz- und Sicherheitsstandard für Dienstleister und Kontraktoren, die Arbeiten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial auf fremden Betriebsgeländen ausführen, etwa in der Chemie- und Prozessindustrie.

Anders als ISO 45001 ist SCC keine ISO-Norm, sondern ein eigenes, ursprünglich niederländisches Zertifizierungsschema mit mehreren Stufen, das vor allem von Auftraggebern aus Chemie, Raffinerien und Anlagenbau verlangt wird.

VarianteZielgruppe
SCC*Betriebe ohne Nachunternehmer, bis 35 Mitarbeitende im Geltungsbereich
SCC**Betriebe mit eigenen Nachunternehmern
SCCPSelbstständige Einzelpersonen

SCC-Zertifizierungsstellen benötigen für dieses Schema eine eigene, spezifische Zulassung durch die zuständige Systemgesellschaft, zusätzlich zur allgemeinen Kompetenz für Arbeitsschutz-Managementsysteme. Ein weiterer Unterschied zu ISO 45001: SCC verlangt häufig auch individuelle Mitarbeiterschulungen mit personenbezogenem SCC-Ausweis, nicht nur ein systemisches Managementsystem auf Organisationsebene. Viele Unternehmen führen SCC und ISO 45001 parallel oder nutzen ISO 45001 als strukturelle Basis, da beide Systeme sich in Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Ereignisuntersuchung inhaltlich stark überschneiden.

Ursprung des Schemas ist die niederländische petrochemische Industrie der 1990er-Jahre; in Deutschland verbreitete es sich vor allem über Auftraggeber aus Chemieparks und Raffinerien, die SCC-zertifizierte Kontraktoren als Zugangsvoraussetzung zum Werksgelände verlangen. Die Rezertifizierung erfolgt alle drei Jahre, ähnlich dem Rhythmus von ISO 45001, ergänzt um jährliche Nachweise zu Unfallkennzahlen und individuellen Mitarbeiterschulungen.

Relevanz für die Zertifizierung

Radikale Ehrlichkeit: KCERT zertifiziert nicht nach SCC, da dieses Schema eine eigene, spezifische Zulassung voraussetzt, über die KCERT nicht verfügt. Wer von einem Auftraggeber aus der Chemie- oder Prozessindustrie ausdrücklich ein SCC-Zertifikat verlangt bekommt, kommt an einer darauf spezialisierten Zertifizierungsstelle nicht vorbei. KCERT zertifiziert dagegen ISO 45001 im nicht akkreditierten Bereich – für Unternehmen, die (noch) kein SCC benötigen, aber ein nachweisbares Arbeitsschutzmanagementsystem für Kunden oder Ausschreibungen brauchen, ist das häufig eine schnellere und günstigere Alternative, die zudem als Basis für eine spätere SCC-Zertifizierung dienen kann. Wer unsicher ist, ob ein konkreter Auftraggeber SCC oder einen gleichwertigen Arbeitsschutznachweis verlangt, sollte dies vor Vertragsschluss direkt beim Auftraggeber erfragen, statt vorschnell in das aufwendigere SCC-Schema zu investieren.

Häufige Fragen zu SCC-Zertifizierung

Nein. Die SCC-Zertifizierung erfordert eine eigene, spezifische Zulassung der Zertifizierungsstelle, über die KCERT nicht verfügt. KCERT zertifiziert stattdessen ISO 45001 im nicht akkreditierten Bereich, das inhaltlich viele Überschneidungen mit SCC hat und als Basis für eine spätere SCC-Zertifizierung bei einer darauf spezialisierten Stelle dienen kann.

ISO 45001 ist eine internationale Norm für Arbeitsschutz-Managementsysteme, SCC ein eigenes, branchenspezifisches Schema vor allem für Kontraktoren in Chemie und Anlagenbau. SCC verlangt zusätzlich häufig personenbezogene Mitarbeiterschulungen mit SCC-Ausweis, während ISO 45001 primär das Managementsystem der Organisation bewertet.

Vor allem Dienstleister und Kontraktoren, die Wartungs-, Montage- oder Bauarbeiten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial auf Betriebsgeländen von Auftraggebern aus Chemie, Raffinerien oder Anlagenbau ausführen. Diese Auftraggeber verlangen SCC häufig vertraglich als Voraussetzung für den Zutritt zum Werksgelände.

Verwandte Begriffe

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