IAF: Das International Accreditation Forum (IAF) ist der weltweite Dachverband der Akkreditierungsstellen für Managementsysteme, Produkte und Personen; es koordiniert das Multilateral Recognition Arrangement, durch das akkreditierte Zertifikate international gegenseitig anerkannt werden.
Während das IAF für die Akkreditierung von Zertifizierungsstellen im Bereich Managementsysteme, Produkte und Personen zuständig ist, deckt das International Laboratory Accreditation Cooperation (ILAC) den Bereich Prüf- und Kalibrierlabore ab. Beide Organisationen arbeiten eng zusammen und erkennen sich gegenseitig an.
Kern der IAF-Arbeit ist das Multilateral Recognition Arrangement (MLA): Mitgliedsstaaten verpflichten sich, Zertifikate, die von einer bei einem anderen MLA-Mitglied akkreditierten Stelle ausgestellt wurden, wie eigene anzuerkennen. In Deutschland ist die DAkkS das zuständige IAF-Mitglied.
| Organisation | Zuständigkeit |
|---|---|
| IAF | Managementsysteme, Produkte, Personen |
| ILAC | Prüf- und Kalibrierlabore |
Neben der Koordination des MLA veröffentlicht das IAF auch verbindliche Auslegungsdokumente zu ISO/IEC 17021, die festlegen, wie Zertifizierungsstellen bestimmte Normanforderungen einheitlich interpretieren und anwenden müssen. Diese Dokumente sorgen dafür, dass ein akkreditiertes Zertifikat weltweit nach vergleichbaren Maßstäben ausgestellt wird, unabhängig davon, in welchem Land die Zertifizierungsstelle ansässig ist. Für Unternehmen ohne internationale Geschäftsbeziehungen hat diese globale Vereinheitlichung meist geringere Relevanz als für exportorientierte Industriebetriebe oder Zulieferer internationaler Konzerne. Auch innerhalb Europas verlangen manche öffentliche Ausschreibungen ausdrücklich ein IAF-anerkanntes Zertifikat als Teilnahmevoraussetzung.
Relevanz für die Zertifizierung
Ein akkreditiertes Zertifikat mit IAF-MLA-Kennzeichnung wird international anerkannt — für rein national tätige KMU ohne Exportgeschäft oder Ausschreibungspflicht ist diese globale Anerkennung oft kein entscheidendes Kriterium, weshalb eine transparent gekennzeichnete nicht akkreditierte Zertifizierung eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative sein kann. Im Zweifel lohnt eine kurze Rückfrage beim Auftraggeber, bevor eine teurere akkreditierte Zertifizierung beauftragt wird. Eine solche kurze Abklärung vermeidet unnötige Mehrkosten, ohne die eigene Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Auftraggebern zu gefährden. Wer die eigenen Zielmärkte und deren typische Anforderungen kennt, trifft diese Entscheidung deutlich fundierter als anhand allgemeiner Branchenannahmen. Eine falsche Einschätzung führt sonst entweder zu unnötigen Mehrkosten oder zu einem Zertifikat, das im entscheidenden Moment nicht die geforderte Anerkennung findet.
Häufige Fragen zu IAF
Das hängt vom Verwendungszweck ab. Für international tätige Unternehmen mit Exportgeschäft oder für öffentliche Ausschreibungen ist die internationale Anerkennung über das IAF-MLA häufig relevant. Für rein national tätige KMU ohne solche Anforderungen ist sie meist kein entscheidendes Kriterium – hier reicht oft ein transparent gekennzeichnetes, nicht akkreditiertes Zertifikat.
Die Mitgliedschaft läuft über die nationalen Akkreditierungsstellen, in Deutschland die DAkkS, die selbst IAF-Mitglied ist und Zertifizierungsstellen akkreditiert. Ob eine konkrete Stelle akkreditiert ist, lässt sich am Akkreditierungslogo mit Registriernummer auf dem Zertifikat oder über die Datenbank der jeweiligen Akkreditierungsstelle prüfen.
Das IAF ist für die Akkreditierung von Zertifizierungsstellen im Bereich Managementsysteme, Produkte und Personen zuständig. Das ILAC deckt Prüf- und Kalibrierlabore ab. Beide Organisationen erkennen sich gegenseitig an, betreffen aber unterschiedliche Nachweise – ein ISO-Zertifikat fällt in den IAF-Bereich, ein Kalibrierschein in den ILAC-Bereich.