Zertifizierungsstelle: Eine Zertifizierungsstelle ist eine Organisation, die Managementsysteme, Produkte oder Personen nach definierten Normen prüft und bei Konformität ein Zertifikat ausstellt; Anforderungen an akkreditierte Zertifizierungsstellen regelt ISO/IEC 17021-1, insbesondere zur Unabhängigkeit von Beratungsleistungen.
ISO/IEC 17021-1 legt fest, wie eine Zertifizierungsstelle organisiert, personell besetzt und geführt sein muss, um Managementsysteme glaubwürdig zu auditieren. Zentraler Grundsatz ist das Unabhängigkeitsgebot: Wer ein Unternehmen im Aufbau seines Managementsystems berät, darf dieses Unternehmen nicht selbst zertifizieren, da sonst ein Interessenkonflikt entsteht. Beratung und Zertifizierung sind deshalb bei seriösen Anbietern organisatorisch und personell getrennt.
Nicht jede Zertifizierungsstelle ist akkreditiert. Akkreditierte Stellen lassen sich von einer nationalen Akkreditierungsstelle wie der DAkkS regelmäßig auf Einhaltung von ISO/IEC 17021-1 überprüfen und erhalten dadurch eine international über das IAF-MLA anerkannte Zertifikatsgültigkeit. Nicht akkreditierte Zertifizierungsstellen prüfen ebenfalls gegen die jeweilige ISO-Norm, unterliegen aber keiner externen Aufsicht durch eine Akkreditierungsstelle. Beide Wege sind in Deutschland zulässig; welcher passt, hängt vom Verwendungszweck des Zertifikats ab.
KCERT etwa zertifiziert ISO 9001, 14001, 45001, 27001 und 50001 im nicht akkreditierten Bereich und weist diesen Status transparent auf jedem ausgestellten Zertifikat aus.
Da der Markt nicht akkreditierter Zertifizierungsstellen in Deutschland keiner einheitlichen externen Aufsicht unterliegt, variiert die Qualität einzelner Anbieter spürbar. Unternehmen sollten vor Vertragsabschluss prüfen, ob die eingesetzten Auditorinnen und Auditoren über einschlägige Branchen- und Normkenntnis verfügen, wie der Ablauf von Stufe-1- und Stufe-2-Audit konkret gestaltet ist und ob eine Berufshaftpflichtversicherung der Zertifizierungsstelle besteht. Referenzen bereits zertifizierter Kunden sowie eine klare, unaufgeforderte Offenlegung des eigenen Akkreditierungsstatus auf Website und Zertifikat sind einfache, aber verlässliche erste Indikatoren für die Seriosität eines Anbieters.
Relevanz für die Zertifizierung
Bei der Wahl einer Zertifizierungsstelle sollten Unternehmen vorab klären, ob Kunden, öffentliche Ausschreibungen oder Konzern-Lieferantenprogramme ausdrücklich ein DAkkS-akkreditiertes Zertifikat verlangen. Ist das nicht der Fall, kann eine nicht akkreditierte Zertifizierungsstelle wie KCERT mit Festpreisen ab 1.950 Euro netto pro Norm und Jahr eine wirtschaftliche Alternative sein, ohne dass dabei fachlich gegen andere Anforderungen der jeweiligen ISO-Norm geprüft wird.
Häufige Fragen zu Zertifizierungsstelle
Nein, eine Akkreditierung ist grundsätzlich freiwillig. Pflicht wird sie nur, wenn ein Kunde, eine öffentliche Ausschreibung oder ein Konzern-Lieferantenprogramm ausdrücklich ein DAkkS-akkreditiertes Zertifikat verlangt. Für die meisten B2B-Zwecke reicht ein transparent gekennzeichnetes, nicht akkreditiertes Zertifikat aus.
Die Norm legt Anforderungen an Zertifizierungsstellen fest, die Managementsysteme auditieren, darunter Unabhängigkeit, Auditorenkompetenz, Verfahrensdokumentation und den Umgang mit Beschwerden. Sie ist die zentrale Grundlage, gegen die eine Akkreditierungsstelle wie die DAkkS Zertifizierungsstellen regelmäßig begutachtet.
Nein. Das Unabhängigkeitsgebot verlangt eine klare Trennung zwischen Beratung und Zertifizierung: Wer ein Unternehmen bei der Einführung eines Managementsystems berät, darf dasselbe Unternehmen nicht zertifizieren. Diese Trennung gilt sowohl im akkreditierten als auch im nicht akkreditierten Bereich.