ISO 9001/QM

Was ist Zwischenprüfung?

Definition

Zwischenprüfung: Eine Zwischenprüfung ist eine Qualitätsprüfung an definierten Punkten innerhalb eines laufenden Produktions- oder Dienstleistungsprozesses, die Fehler frühzeitig erkennt, bevor weitere Wertschöpfung auf einem fehlerhaften Ergebnis aufbaut.

Damit unterscheidet sie sich klar von der Wareneingangskontrolle, die Material und Bauteile vor Produktionsbeginn prüft, und der Endkontrolle, die das fertige Produkt am Ende des Prozesses abnimmt. Die Zwischenprüfung liegt bewusst dazwischen, an kritischen Punkten des Fertigungs- oder Dienstleistungsablaufs.

PrüfartZeitpunkt
WareneingangskontrolleVor Produktionsbeginn
ZwischenprüfungWährend des Prozesses, an definierten Punkten
EndkontrolleNach Abschluss der Fertigung

Wo genau eine Zwischenprüfung sinnvoll platziert wird, ergibt sich meist aus der FMEA oder dem Control Plan: Prozessschritte mit hohem Fehlerrisiko oder hohen Folgekosten bei zu später Entdeckung erhalten zusätzliche Prüfpunkte. Ziel ist, Fehler so früh wie möglich zu entdecken, um teure Nacharbeit oder Ausschuss am Ende der Wertschöpfungskette zu vermeiden.

Häufig wird die Zwischenprüfung als Werkerselbstprüfung direkt von der ausführenden Person durchgeführt und dokumentiert.

Bei automatisierten Fertigungslinien übernehmen zunehmend Sensoren und Kamerasysteme die Zwischenprüfung in Echtzeit, ohne manuellen Eingriff. Für kleinere Betriebe mit manueller Fertigung bleibt die Werkerselbstprüfung dagegen die praktikabelste Lösung, sofern die prüfende Person ausreichend geschult ist und über geeignete, regelmäßig kalibrierte Prüfmittel verfügt, um verlässliche Ergebnisse zu liefern.

Relevanz für die Zertifizierung

Für ISO-9001-zertifizierte Betriebe zeigt eine sinnvoll platzierte Zwischenprüfung, dass Prüfpunkte risikobasiert und nicht willkürlich festgelegt wurden – ein Auditor hinterfragt häufig, warum ausgerechnet an dieser Stelle im Prozess geprüft wird und nicht an anderer. Fehlt eine Zwischenprüfung bei erkennbar fehleranfälligen, mehrstufigen Prozessen, wird meist Nacharbeit oder Ausschussquote in der Endkontrolle als indirekter Beleg für fehlende Prozesslenkung herangezogen. Für die Auswahl geeigneter Prüfpunkte lohnt sich ein Blick auf die eigene Reklamationshistorie: Prozessschritte, an denen in der Vergangenheit gehäuft Fehler entdeckt wurden, sind meist die naheliegendsten Kandidaten für eine zusätzliche, gezielte Zwischenprüfung, statt Prüfpunkte rein willkürlich über den Prozess zu verteilen. So bleibt der Prüfaufwand gezielt auf tatsächlich fehleranfällige Prozessschritte konzentriert statt gleichmäßig verteilt.

Häufige Fragen zu Zwischenprüfung

Die Norm schreibt keine Zwischenprüfung wörtlich vor, verlangt aber in Kapitel 8.5 eine gelenkte Produktion und in Kapitel 8.6 die Freigabe von Produkten und Dienstleistungen anhand geplanter Regelungen. Bei mehrstufigen, fehleranfälligen Prozessen gilt die Zwischenprüfung als bewährtes Mittel, diese Anforderungen zu erfüllen.

Die Zwischenprüfung erfolgt während des laufenden Prozesses an definierten Punkten, um Fehler früh zu entdecken. Die Endkontrolle prüft erst das fertige Produkt am Abschluss der Fertigung. Eine gute Zwischenprüfung reduziert die Fehlerquote, die später in der Endkontrolle auffällt, und senkt so Nacharbeit und Ausschuss.

Häufig die ausführende Person selbst im Rahmen einer Werkerselbstprüfung, alternativ eine separate Qualitätssicherungsstelle bei besonders kritischen Prozessschritten. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von Fehlerrisiko, Qualifikation und verfügbaren Prüfmitteln am jeweiligen Prozessschritt ab, unabhängig davon bleibt eine lückenlose Dokumentation des Prüfergebnisses erforderlich.

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