Zertifizierung/Audit

Was ist Voraudit?

Definition

Voraudit: Ein Voraudit ist ein freiwilliges, informelles Audit vor dem eigentlichen Zertifizierungsaudit, bei dem Lücken zum Managementsystem aufgedeckt werden, ohne dass das Ergebnis auf ein Zertifikat angerechnet wird.

Ein Voraudit läuft methodisch wie ein reguläres Audit ab – Dokumentenprüfung, Interviews, Begehung –, hat aber ausdrücklich keine zertifizierungsrelevante Wirkung: Es endet nicht mit Abweichungen im formalen Sinn, sondern mit Hinweisen und Empfehlungen. Ziel ist, vor dem eigentlichen Audit Schwachstellen zu finden und in Ruhe zu beheben.

MerkmalVorauditStufe-1-Audit
ZweckLücken vorab findenFormale Auditfähigkeit prüfen
ErgebnisEmpfehlungen, keine FeststellungFreigabe oder Auflage für Stufe 2
AnrechnungNicht zertifizierungsrelevantBestandteil des Zertifizierungsverfahrens

Häufig genutzt wird ein Voraudit bei komplexen Normen wie ISO 27001 oder bei Unternehmen, die zum ersten Mal ein Managementsystem einführen und zusätzliche Sicherheit vor dem eigentlichen Verfahren wollen. Es kann von einem Berater, einer internen Person mit ausreichendem Abstand zum System oder in manchen Fällen von der Zertifizierungsstelle selbst durchgeführt werden – Letzteres nur, sofern die spätere Unabhängigkeit des Zertifizierungsaudits dadurch nicht gefährdet wird.

Wichtig zur Abgrenzung: Ein Voraudit ist kein internes Audit im Sinne der Norm, auch wenn beide methodisch ähnlich ablaufen. Das interne Audit ist ein wiederkehrender Pflichtbestandteil des Managementsystems selbst; das Voraudit ist eine einmalige, freiwillige Zusatzmaßnahme mit dem alleinigen Zweck, auf das bevorstehende Zertifizierungsverfahren vorzubereiten. Beide Formate lassen sich sinnvoll kombinieren, indem das ohnehin fällige interne Audit zeitlich kurz vor das Zertifizierungsaudit gelegt wird.

Relevanz für die Zertifizierung

Ein separates, gesondert beauftragtes Voraudit ist im Standardablauf von KCERT nicht vorgesehen: Erstgespräch, Festpreis-Angebot, Stufe-1-Audit und Stufe-2-Audit folgen aufeinander, wobei bereits das Stufe-1-Audit die Dokumentation remote prüft und damit viele der Lücken aufdeckt, die sonst ein Voraudit finden würde. Unternehmen, die dennoch vorab zusätzliche Sicherheit wollen, sollten das im kostenlosen Erstgespräch ansprechen – häufig genügt eine gründliche interne Auditrunde durch eine unabhängige interne Person als kostengünstige Alternative zu einem extern beauftragten Voraudit.

Häufige Fragen zu Voraudit

Nein, ein Voraudit ist grundsätzlich freiwillig und in keiner ISO-Norm vorgeschrieben. Es dient Unternehmen als zusätzliche Sicherheit vor dem eigentlichen Zertifizierungsaudit, ist aber kein normativer Bestandteil des Verfahrens. Viele Zertifizierungsstellen, darunter KCERT, decken einen Großteil dieser Vorabprüfung bereits über das reguläre Stufe-1-Audit ab.

Die Kosten hängen vom Anbieter und Aufwand ab und liegen zusätzlich zum eigentlichen Zertifizierungsaudit. Da ein separates Voraudit nicht normativ vorgeschrieben ist, lohnt sich vorab ein Kostenvergleich mit einer gründlichen internen Auditrunde durch eine unabhängige interne Person, die oft einen ähnlichen Erkenntnisgewinn zu geringeren Kosten liefert.

Ein internes Audit ist nach ISO 9001, 14001, 45001 und 27001 verpflichtender Bestandteil des Managementsystems und wird regelmäßig wiederholt. Ein Voraudit ist eine einmalige, freiwillige Zusatzprüfung kurz vor dem Zertifizierungsaudit, oft extern beauftragt, um gezielt auf das bevorstehende Verfahren vorzubereiten.

Verwandte Begriffe

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