ISO 9001/QM

Was ist Internes Audit?

Definition

Internes Audit: Das interne Audit ist die von der Organisation selbst beauftragte, systematische Untersuchung des eigenen Managementsystems auf Konformität zu Norm- und eigenen Anforderungen sowie auf Wirksamkeit, gefordert nach ISO 9001:2015, Kapitel 9.2, methodisch orientiert an ISO 19011.

Die Norm verlangt, dass interne Audits in geplanten Abständen durchgeführt werden; eine feste Frist gibt sie nicht vor, in der Praxis hat sich ein Turnus von einmal jährlich für das Gesamtsystem etabliert, ergänzt um häufigere Teilaudits einzelner Prozesse bei Bedarf. Grundlage ist ein Auditprogramm, das Umfang, Kriterien und Methoden festlegt und die Ergebnisse früherer Audits berücksichtigt.

Zentrale Anforderung ist die Unabhängigkeit des Auditors: Wer einen Prozess prüft, darf diesen nicht selbst verantworten oder ausführen. In kleinen Unternehmen wird das häufig durch wechselseitige Prüfung zwischen Abteilungen oder durch externe Auditoren gelöst.

  • Planung: Auditprogramm und Auditplan mit Kriterien, Umfang und Terminen
  • Durchführung: Dokumentenprüfung, Begehung, Interviews mit Prozessverantwortlichen
  • Auditbericht: Feststellungen inklusive Nichtkonformitäten und Verbesserungspotenzialen
  • Nachverfolgung: Umsetzung und Wirksamkeitsprüfung von Korrekturmaßnahmen

Die Ergebnisse interner Audits fließen als Pflichteingabe in die jährliche Managementbewertung ein und bilden damit ein zentrales Bindeglied zwischen operativer Prozessprüfung und strategischer Systembewertung durch die Leitung.

Für die Planung empfiehlt sich ein risikobasierter Ansatz: Prozesse mit hoher Fehleranfälligkeit oder direkter Kundenrelevanz, etwa Produktion oder Reklamationsbearbeitung, werden häufiger auditiert als administrative Randprozesse mit geringem Risiko. Eine normbezogene Auditcheckliste erleichtert eine konsistente Durchführung über mehrere Jahre und wechselnde Auditoren hinweg und stellt sicher, dass alle relevanten Kapitel der Norm im Laufe eines Zyklus abgedeckt werden. Auditberichte und Nachweise zu daraus abgeleiteten Korrekturmaßnahmen sollten mindestens bis zum jeweils folgenden Überwachungsaudit aufbewahrt werden, in der Praxis meist über den gesamten dreijährigen Zertifizierungszyklus hinweg.

Relevanz für die Zertifizierung

Vor jedem externen Zertifizierungs- oder Überwachungsaudit prüft der Auditor, ob mindestens ein vollständiger interner Audit-Zyklus über alle relevanten Prozesse und Normkapitel nachgewiesen werden kann. Fehlen Auditprogramm, Auditbericht oder Nachweise zur Bearbeitung gefundener Abweichungen, gilt das im Stufe-1-Audit als schwerwiegender Mangel, der eine Zertifizierung verzögern oder verhindern kann.

Häufige Fragen zu Internes Audit

ISO 9001:2015, Kapitel 9.2.2, fordert Audits in geplanten Abständen, ohne eine konkrete Frist zu nennen. Üblich ist ein vollständiger Audit-Zyklus über alle Prozesse einmal jährlich, ergänzt um risikobasierte Teilaudits bei kritischen oder auffälligen Prozessen im Jahresverlauf.

Geschulte eigene Mitarbeitende oder externe Auditoren, solange die Unabhängigkeit gewahrt bleibt: Niemand darf den eigenen Verantwortungsbereich auditieren. In kleinen Unternehmen erfolgt das meist durch wechselseitige Prüfung zwischen Abteilungen oder durch Zukauf externer Auditkompetenz.

Ja. Ohne dokumentierten Nachweis mindestens eines vollständigen internen Audits kann kein Zertifizierungsaudit erfolgreich abgeschlossen werden, da ISO 9001 Kapitel 9.2 dies zwingend fordert und Auditoren dies bereits im Stufe-1-Audit prüfen.

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