ISO 19011: ISO 19011 ist ein internationaler Leitfaden zum Auditieren von Managementsystemen: Sie beschreibt Auditprinzipien, den Aufbau von Auditprogrammen und die Kompetenzanforderungen an Auditoren, ist selbst aber nicht zertifizierbar.
Die Norm richtet sich sowohl an interne Auditoren als auch an Auditoren von Zertifizierungsstellen und deckt den gesamten Auditzyklus ab: von der Planung eines Auditprogramms über die Durchführung einzelner Audits – Eröffnungsgespräch, Dokumentenprüfung, Interviews, Betriebsbegehung, Abschlussgespräch – bis zur Nachverfolgung von Feststellungen. Zu den in ISO 19011 beschriebenen Auditprinzipien zählen Integrität, sachliche Darstellung, angemessene berufliche Sorgfalt, Vertraulichkeit, Unabhängigkeit und ein risikobasierter Ansatz.
Ein eigener Abschnitt widmet sich der Kompetenz von Auditoren: fachliches Wissen zur jeweiligen Norm und Branche, Auditerfahrung sowie persönliche Verhaltensmerkmale wie Ethik, Beobachtungsgabe und Entscheidungsfähigkeit. Externe Auditoren von Zertifizierungsstellen durchlaufen darauf aufbauend häufig zusätzliche, anerkannte Qualifizierungslehrgänge, etwa nach IRCA- oder PECB-Standard.
Wie ISO 31000 für Risikomanagement ist auch ISO 19011 eine reine Leitlinien-Norm ohne verbindliche Anforderungen – es gibt deshalb keine Drittzertifizierung gegen ISO 19011 selbst. Zertifizierungsstellen und Unternehmen orientieren sich freiwillig an ihr, um Auditprogramme und interne Audits professionell und vergleichbar zu gestalten. Die letzte grundlegende Überarbeitung erfolgte 2018, unter anderem um risikobasiertes Denken und den Umgang mit kombinierten Audits mehrerer Normen stärker zu berücksichtigen.
- Leitfaden für Auditprogramme, Auditprinzipien und Auditorenkompetenz
- Auditprinzipien: Integrität, sachliche Darstellung, Sorgfalt, Vertraulichkeit, Unabhängigkeit
- Reine Leitlinie – wie ISO 31000 nicht zertifizierbar
- Externe Auditoren ergänzen sie meist um IRCA- oder PECB-Lehrgänge
Relevanz für die Zertifizierung
Für Unternehmen im KCERT-Zertifizierungsprozess ist ISO 19011 vor allem indirekt relevant: Sie beschreibt, nach welchen Prinzipien der eingesetzte Auditor arbeitet und welche Kompetenz von ihm erwartet werden darf. Wer sich vor Beauftragung einer Zertifizierungsstelle nach der Qualifikation des Auditors erkundigt, bezieht sich damit implizit auf die Kompetenzanforderungen aus ISO 19011. Auch für den Aufbau eigener interner Audits – ein fester Bestandteil jedes zertifizierten Managementsystems – liefert die Norm den anerkannten methodischen Rahmen, etwa für die Erstellung eines eigenen Auditprogramms mit passender Auditfrequenz und Auditorenauswahl.
Häufige Fragen zu ISO 19011
Nein. ISO 19011 ist wie ISO 31000 eine reine Leitlinien-Norm mit Empfehlungen statt verbindlichen Anforderungen und deshalb nicht zertifizierbar. Sie beschreibt Prinzipien, Methodik und Kompetenzanforderungen für das Auditieren von Managementsystemen, dient aber als Orientierung für interne und externe Auditoren, nicht als eigenständiges zertifizierbares Managementsystem.
Fachliches Wissen zur jeweiligen Norm und Branche, praktische Auditerfahrung sowie persönliche Merkmale wie Integrität, Beobachtungsgabe und Entscheidungsfähigkeit. Externe Auditoren von Zertifizierungsstellen ergänzen dies meist um anerkannte Qualifizierungslehrgänge, etwa nach IRCA- oder PECB-Standard, auch wenn ISO 19011 selbst keinen bestimmten Lehrgang zwingend vorschreibt.
Sie liefert den methodischen Rahmen für ein eigenes Auditprogramm: wie oft Bereiche auditiert werden, wie ein einzelnes Audit abläuft (Eröffnungsgespräch, Prüfung, Abschlussgespräch) und welche Prinzipien – etwa Unabhängigkeit und sachliche Darstellung – dabei gelten sollen. Ein zertifiziertes Managementsystem verlangt interne Audits ohnehin verpflichtend; ISO 19011 zeigt, wie sie fachlich sauber ablaufen.