Methoden/IMS

Was ist Qualitätsmanagementsystem?

Definition

Qualitätsmanagementsystem: Ein Qualitätsmanagementsystem ist die formalisierte, dokumentierte Umsetzung von Qualitätsmanagement in Prozessen, Verantwortlichkeiten und einem PDCA-Zyklus – meist nach ISO 9001 aufgebaut und darüber auch zertifizierbar.

Ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) überführt die allgemeine Praxis des Qualitätsmanagements in eine formale, nachvollziehbare Struktur: definierte Prozesse, zugewiesene Verantwortlichkeiten, dokumentierte Verfahren und ein systematischer PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) zur fortlaufenden Verbesserung. Anders als Qualitätsmanagement als Disziplin, das auch informell in kleinen Betrieben gelebt werden kann, ist das QMS die strukturierte, meist schriftlich nachweisbare Umsetzung dieser Praxis.

Das QMS ist damit ein Beispiel für ein Managementsystem im allgemeinen Sinn – neben dem Umweltmanagementsystem (UMS) nach ISO 14001, dem Energiemanagementsystem (EnMS) nach ISO 50001 oder dem Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) nach ISO 27001. Alle diese Systeme folgen seit einigen Jahren derselben High-Level-Structure (Annex SL): demselben Kapitelgerüst mit Kontext der Organisation, Führung, Planung, Unterstützung, Betrieb, Bewertung und Verbesserung. Das erleichtert Unternehmen, mehrere Systeme parallel oder als integriertes Managementsystem zu betreiben, ohne Strukturen doppelt aufzubauen.

Am häufigsten wird ein Qualitätsmanagementsystem konkret nach ISO 9001 aufgebaut, weil diese Norm weltweit am weitesten verbreitet und zertifizierbar ist. Konzeptionell ist ein QMS aber auch ohne Bezug auf eine bestimmte Norm denkbar – dann fehlt allerdings die Möglichkeit, die Umsetzung extern zertifizieren zu lassen.

  • QMS = formalisierte, dokumentierte Struktur; Qualitätsmanagement = die allgemeine Praxis dahinter
  • Ein Beispiel für „Managementsystem“ neben UMS, EnMS, ISMS
  • Gemeinsamer Rahmen: High-Level-Structure / Annex SL
  • Meist nach ISO 9001 aufgebaut, konzeptionell aber normunabhängig denkbar

Relevanz für die Zertifizierung

Für eine Zertifizierung bei KCERT reicht gelebtes Qualitätsmanagement allein nicht aus – der Auditor verlangt ein dokumentiertes Qualitätsmanagementsystem mit erkennbarer Struktur entlang der High-Level-Structure-Kapitel: definierte Prozesse, zugewiesene Verantwortlichkeiten, gelenkte Dokumente und Nachweise über den PDCA-Zyklus, etwa durch Managementbewertung und interne Audits. Wer bereits ein anderes Managementsystem betreibt – etwa ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 –, kann durch die gemeinsame High-Level-Structure viele Strukturelemente wie Kontext der Organisation oder Dokumentenlenkung direkt mitnutzen und muss sie nicht doppelt aufbauen. Das senkt sowohl den Umsetzungsaufwand als auch die Kosten einer kombinierten Zertifizierung mehrerer Normen erheblich.

Häufige Fragen zu Qualitätsmanagementsystem

Qualitätsmanagement ist die allgemeine unternehmerische Praxis und Disziplin, Qualität zu steuern – sie kann auch informell erfolgen. Das Qualitätsmanagementsystem ist die formalisierte, dokumentierte Umsetzung dieser Praxis in definierten Prozessen, Verantwortlichkeiten und einem PDCA-Zyklus, meist nach ISO 9001 aufgebaut und dadurch extern zertifizierbar.

Konzeptionell nicht – ein QMS lässt sich theoretisch auch ohne Bezug auf eine bestimmte Norm betreiben. In der Praxis fehlt dann aber die Möglichkeit einer externen Zertifizierung. Die weit überwiegende Mehrheit der Unternehmen orientiert sich deshalb an ISO 9001 als international anerkanntem Referenzrahmen.

Seit einigen Jahren folgen fast alle Managementsystem-Normen – ISO 9001, 14001, 45001, 27001, 50001 – derselben High-Level-Structure (Annex SL) mit identischem Kapitelgerüst von Kontext der Organisation bis Verbesserung. Das erleichtert den Aufbau eines integrierten Managementsystems und spart bei kombinierten Zertifizierungen Aufwand und Kosten.

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