Methoden/IMS

Was ist Ishikawa-Diagramm?

Definition

Ishikawa-Diagramm: Das Ishikawa-Diagramm ist eine grafische Methode zur systematischen Ursachenanalyse, die mögliche Fehlerursachen typischerweise nach den Kategorien Mensch, Maschine, Material, Methode, Milieu und Management sortiert.

Benannt nach dem japanischen Qualitätsexperten Kaoru Ishikawa, wird das Diagramm wegen seiner Form auch Fischgräten-Diagramm genannt. Ausgehend vom zu untersuchenden Problem am Kopf der Gräte werden Hauptursachen-Kategorien als Äste angeordnet, denen anschließend im Team mögliche Einzelursachen als Unteräste zugeordnet werden.

Der Ablauf folgt meist diesem Muster: Problem präzise definieren, Hauptkategorien festlegen, in einem moderierten Workshop Ursachen sammeln, anschließend die wahrscheinlichsten Ursachen priorisieren — oft ergänzt durch die 5-Why-Methode, um von der Symptomebene zur eigentlichen Wurzelursache vorzudringen.

Kategorie (6M)Beispielursache
MenschFehlende Qualifikation
MaschineVerschleiß, fehlende Wartung
MethodeUnklare Arbeitsanweisung

In der Praxis eignet sich das Ishikawa-Diagramm besonders für Probleme mit vielen möglichen, noch unklaren Ursachen, während es bei bereits eng eingrenzbaren Fehlern oft schneller geht, direkt mit der 5-Why-Methode zu arbeiten. Häufig werden beide Methoden kombiniert: Das Ishikawa-Diagramm strukturiert zunächst die Suche nach möglichen Ursachenkategorien, die 5-Why-Methode vertieft anschließend die als wahrscheinlichste identifizierte Ursache bis zur eigentlichen Wurzelursache.

Ein häufiger Fehler bei der Anwendung ist, das Diagramm allein am Schreibtisch statt im Team zu erstellen – dadurch werden oft nur die Ursachen erfasst, die der jeweiligen Person ohnehin schon bekannt waren. Ein moderierter Workshop mit Beteiligten aus Produktion, Qualitätssicherung und gegebenenfalls dem betroffenen Kunden liefert deutlich belastbarere Ergebnisse.

Relevanz für die Zertifizierung

ISO 9001 Kapitel 10.2 verlangt bei Nichtkonformitäten die Analyse und Beseitigung der Ursachen. Das Ishikawa-Diagramm ist eines der von Auditoren am häufigsten akzeptierten Werkzeuge, um diese Ursachenanalyse nachvollziehbar und nicht nur oberflächlich zu dokumentieren. Ein moderiert erarbeitetes Diagramm mit Beteiligung mehrerer Fachbereiche gilt dabei als deutlich überzeugender als eine im Alleingang erstellte Ursachenliste. Auch die anschließende Dokumentation der priorisierten Ursachen im Qualitätsmanagementsystem sollte nicht vergessen werden, damit die Erkenntnisse dauerhaft nutzbar bleiben. So lassen sich bei ähnlichen künftigen Problemen bereits bekannte Ursachen schneller ausschließen, statt die Analyse jedes Mal komplett neu zu beginnen.

Häufige Fragen zu Ishikawa-Diagramm

Immer dann, wenn die Ursache einer Nichtkonformität nicht sofort offensichtlich ist und ein Team gemeinsam mögliche Fehlerquellen strukturiert sammeln soll. Typischer Anlass ist eine wiederkehrende Reklamation oder ein Auditbefund nach ISO 9001 Kapitel 10.2, bei dem eine oberflächliche Ursachenerklärung nicht ausreicht.

Beide ergänzen sich eher, als dass eine Methode die andere ersetzt. Das Ishikawa-Diagramm strukturiert mögliche Ursachenkategorien breit nach den 6M, die 5-Why-Methode vertieft eine einzelne Spur bis zur Wurzelursache. In der Praxis wird das Diagramm oft zur Ideensammlung genutzt, gefolgt von 5-Why zur Priorisierung.

Klassisch werden sechs Hauptkategorien verwendet: Mensch, Maschine, Material, Methode, Milieu und Management. Nicht jede Kategorie muss bei jedem Problem gleich stark ausgeprägt sein – wichtig ist, dass das Team alle sechs zumindest gedanklich durchgeht, um blinde Flecken bei der Ursachensuche zu vermeiden.

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