IFS Food: IFS Food ist ein international anerkannter Standard für Lebensmittelsicherheit und -qualität in der Lebensmittelverarbeitung, von der Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannt und in Europa insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel als Lieferantenanforderung verbreitet.
IFS steht für „International Featured Standards“ und wurde ursprünglich von deutschen und französischen Handelsverbänden entwickelt. Der Standard richtet sich an Unternehmen, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder verpacken, und deckt unter anderem folgende Bereiche ab:
- Verantwortung der Unternehmensleitung und Qualitätsmanagement
- Ressourcenmanagement, Hygiene und Schulung
- Herstellungsprozess einschließlich HACCP-Konzept
- Messung, Analyse und Verbesserung
- Lebensmittelverteidigung und Betrugsprävention (Food Fraud)
Als GFSI-anerkannter Standard müssen IFS-Zertifizierungen zwingend von akkreditierten Zertifizierungsstellen durchgeführt werden, das ist keine optionale Zusatzleistung, sondern eine feste Vorgabe der GFSI-Anerkennung selbst. Zertifizierungsstellen, die IFS-Audits anbieten, müssen dafür eine spezifische Akkreditierung bei ihrer nationalen Akkreditierungsstelle nachweisen, in Deutschland etwa bei der DAkkS.
Die Bewertung erfolgt über ein Punktesystem mit unterschiedlichen Anforderungsstufen, von K.O.-Kriterien bis zu Vollanforderungen. Das Ergebnis reicht von „Foundation Level“ bis „Higher Level“, wobei Handelspartner in der Regel Higher Level erwarten. Audits finden meist jährlich statt, angekündigt oder unangekündigt, abhängig vom erzielten Vorjahresergebnis.
Der Standard liegt aktuell in Version 8 vor und wird regelmäßig durch das IFS-Standardgremium weiterentwickelt. Die Auditdauer richtet sich nach Unternehmensgröße und Komplexität der Produktion und umfasst meist ein bis mehrere Tage vor Ort. Neben IFS Food existieren verwandte IFS-Standards für Logistik, Großhandel und Broker, die jeweils eigene Anforderungsprofile für die entsprechenden Wertschöpfungsstufen der Lieferkette definieren.
Relevanz für die Zertifizierung
Für Unternehmen, die Lebensmittel an den Handel liefern, ist IFS Food häufig eine faktische Marktzugangsvoraussetzung, unabhängig von gesetzlichen Pflichten. Da IFS ein GFSI-anerkannter Standard ist, kann die Zertifizierung ausschließlich über akkreditierte Zertifizierungsstellen erfolgen, ein nicht akkreditiertes Zertifizierungsangebot ist für IFS Food grundsätzlich nicht möglich. Unternehmen, die zusätzlich ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 aufbauen möchten, können dabei unabhängig von der Akkreditierungsfrage wählen, da beide Zertifizierungen unterschiedlichen Regeln folgen und getrennt betrachtet werden müssen.
Häufige Fragen zu IFS Food
Ja. IFS Food ist ein von der GFSI anerkannter Standard, und diese Anerkennung setzt zwingend voraus, dass die Zertifizierung durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle erfolgt. Ein nicht akkreditiertes IFS-Zertifikat wird von der GFSI und damit in der Regel auch vom Handel nicht als gültig anerkannt.
HACCP ist eine gesetzlich vorgeschriebene Methode zur Gefahrenanalyse in der Lebensmittelherstellung und in der EU-Verordnung 852/2004 verankert. IFS Food ist ein umfassenderer, freiwilliger Zertifizierungsstandard, der ein funktionierendes HACCP-Konzept voraussetzt, zusätzlich aber Management-, Personal- und Betrugspräventionsanforderungen stellt.
In der Regel jährlich. Je nach erreichtem Ergebnis im Vorjahresaudit kann das Folgeaudit angekündigt oder unangekündigt stattfinden, bei niedrigeren Ergebnissen sind häufigere oder unangekündigte Audits vorgesehen, um eine kontinuierliche Einhaltung der Anforderungen sicherzustellen.