Qualitätsziele: Qualitätsziele sind messbare, aus der Qualitätspolitik abgeleitete Vorgaben, die ein Unternehmen innerhalb eines festgelegten Zeitraums erreichen will; ISO 9001 Kapitel 6.2 verlangt, dass sie auf relevanten Funktionen dokumentiert, kommuniziert und regelmäßig überwacht werden.
ISO 9001 verlangt, dass Qualitätsziele mit der Qualitätspolitik übereinstimmen, messbar sind, relevante Anforderungen berücksichtigen und zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit beitragen. In der Praxis bewährt sich die SMART-Formulierung: spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, terminiert.
| Beispiel Qualitätsziel | SMART-Kennzahl |
|---|---|
| Reklamationsquote senken | Von 2,5 % auf unter 1,5 % bis Jahresende |
| Liefertreue erhöhen | Von 92 % auf 97 % innerhalb von 12 Monaten |
| Erstprüfungsquote verbessern | Ausschuss in der Fertigung um 20 % reduzieren |
Qualitätsziele werden typischerweise einmal jährlich im Rahmen der Managementbewertung festgelegt oder aktualisiert und über das Jahr hinweg mit Kennzahlen überwacht. Wichtig im Audit ist der nachvollziehbare Zusammenhang zwischen übergeordneter Qualitätspolitik, konkretem Ziel und den geplanten Maßnahmen – ein isoliertes Ziel ohne erkennbare Verbindung zur Politik gilt als Schwachstelle.
Kleinere Betriebe kommen häufig mit drei bis fünf fokussierten Zielen pro Jahr aus; eine zu lange Zielliste wird in der Praxis selten konsequent nachverfolgt.
Neben quantitativen Kennzahlen wie Reklamationsquote oder Liefertreue lassen sich auch qualitative Ziele formulieren, etwa die Einführung eines neuen Prüfverfahrens bis zu einem festen Termin. Wichtig ist auch hier ein klar überprüfbarer Abschlusszustand statt einer vagen Absichtserklärung, damit die Zielerreichung im Audit eindeutig nachweisbar bleibt.
Relevanz für die Zertifizierung
Im Audit verlangt KCERT den Nachweis, dass Qualitätsziele nicht nur formuliert, sondern auch tatsächlich mit aktuellen Kennzahlen unterlegt und regelmäßig ausgewertet werden – reine Absichtserklärungen ohne Zahlen oder Termine reichen nicht aus. Für kleinere Unternehmen empfiehlt es sich, Qualitätsziele eng an bereits vorhandene betriebswirtschaftliche Kennzahlen zu koppeln, etwa Reklamationsquote oder Liefertreue, statt zusätzliche Kennzahlen allein für das Managementsystem zu erheben. So bleibt der Aufwand überschaubar und die Ziele werden im Tagesgeschäft tatsächlich verfolgt statt nur einmal im Jahr zum Audit hervorgeholt und danach wieder in der Schublade zu verschwinden.
Häufige Fragen zu Qualitätsziele
ISO 9001 schreibt keine feste Anzahl vor. In der Praxis kommen kleinere Unternehmen meist mit drei bis fünf fokussierten Zielen pro Jahr aus, die sich klar aus der Qualitätspolitik ableiten lassen. Eine zu lange Zielliste wird erfahrungsgemäß selten konsequent nachverfolgt und wirkt im Audit eher wie eine Pflichtübung als wie ein gelebtes Steuerungsinstrument.
Ja. ISO 9001 Kapitel 6.2 fordert dokumentierte, kommunizierte und auf Wirksamkeit überwachte Qualitätsziele. Eine einfache Tabelle mit Ziel, Kennzahl, Zielwert, Termin und Verantwortlichem genügt in der Regel als Nachweis, sofern sie regelmäßig aktualisiert und im Audit mit tatsächlichen Zahlen belegt werden kann.
Die Qualitätspolitik formuliert die grundsätzliche Ausrichtung und die Werte des Unternehmens im Qualitätsmanagement, meist als kurzer, allgemein gehaltener Text. Qualitätsziele leiten sich daraus ab und sind konkret, messbar und terminiert, etwa eine bestimmte Reklamationsquote bis zu einem festen Datum. Ohne Bezug zur Politik gelten Ziele im Audit als unzureichend begründet.