ISO 14001/Umwelt

Was ist Umweltauswirkungen?

Definition

Umweltauswirkungen: Umweltauswirkung ist nach ISO 14001:2015, Kapitel 3.2.4, jede positive oder negative Veränderung der Umwelt, die ganz oder teilweise auf Umweltaspekte einer Organisation zurückgeht – also die tatsächliche Folge, während der Umweltaspekt die Ursache ist.

Die Norm trennt bewusst Ursache und Wirkung:

  • Umweltaspekt: das Element der Tätigkeit, das mit der Umwelt in Wechselwirkung tritt, z. B. CO2-Ausstoß, Abwassereinleitung, Lärmemission oder Ressourcenverbrauch
  • Umweltauswirkung: die daraus resultierende Veränderung der Umwelt, z. B. Beitrag zum Klimawandel, Gewässerbelastung, Lärmbelästigung von Anwohnern oder Ressourcenerschöpfung

Kapitel 6.1.2 verlangt, Umweltaspekte und ihre zugehörigen Auswirkungen unter Berücksichtigung einer Lebenszyklusperspektive zu ermitteln – von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Nutzung bis zur Entsorgung. Dabei werden sowohl normale Betriebsbedingungen als auch abnormale Bedingungen (Anfahren, Abfahren) und Notfallsituationen (Störfälle, Unfälle) betrachtet.

Zur Bewertung, welche Auswirkungen als signifikant gelten und damit in Umweltziele und -programme einfließen müssen, nutzen Unternehmen meist eine Bewertungsmatrix mit Kriterien wie Schadenspotenzial, Häufigkeit, Reichweite der Auswirkung und gesetzlicher Regulierung. Signifikante Umweltauswirkungen bestimmen direkt, wofür Ressourcen für Verbesserungsmaßnahmen eingesetzt werden – die Norm verlangt keine Beseitigung aller Auswirkungen, sondern ein systematisches Management der wesentlichen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Der Umweltaspekt „Lösemittelverbrauch in der Lackiererei“ kann mehrere Umweltauswirkungen gleichzeitig auslösen – Luftbelastung durch flüchtige organische Verbindungen, Bodenbelastung bei unsachgemäßer Entsorgung und einen Beitrag zum Ressourcenverbrauch. Erst die getrennte Betrachtung aller drei Auswirkungen zeigt, ob eine geplante Maßnahme, etwa der Wechsel zu wasserbasierten Lacken, tatsächlich alle relevanten Wirkungen reduziert oder nur eine einzelne verlagert.

Relevanz für die Zertifizierung

Für Unternehmen entscheidet die saubere Trennung von Umweltaspekt und Umweltauswirkung darüber, ob die Bewertungsmatrix im Audit überzeugt: Wird beides vermischt, wirkt die Dokumentation unstrukturiert und der Auditor hinterfragt, ob signifikante Auswirkungen überhaupt methodisch korrekt ermittelt wurden. Eine nachvollziehbare Kette von Tätigkeit über Aspekt zu Auswirkung ist deshalb Grundvoraussetzung für ein bestehendes ISO-14001-Audit.

Häufige Fragen zu Umweltauswirkungen

Der Umweltaspekt ist das Element einer Tätigkeit, das mit der Umwelt in Wechselwirkung tritt, etwa CO2-Ausstoß oder Abwassereinleitung. Die Umweltauswirkung ist die daraus resultierende tatsächliche Veränderung der Umwelt, etwa der Beitrag zum Klimawandel oder die Belastung eines Gewässers – Ursache und Wirkung werden von ISO 14001 bewusst getrennt betrachtet.

Über eine Bewertungsmatrix mit Kriterien wie Schadenspotenzial, Häufigkeit, geografischer Reichweite und gesetzlicher Regulierung, angewendet auf normale, abnormale und Notfallbedingungen. Die Norm schreibt keine feste Methode vor, verlangt aber ein nachvollziehbares, dokumentiertes und regelmäßig aktualisiertes Bewertungsverfahren nach Kapitel 6.1.2, das im Audit stichprobenartig geprüft wird.

Ja, alle ermittelten Umweltaspekte und ihre zugehörigen Auswirkungen müssen dokumentiert sein, auch wenn sie nicht signifikant sind. Nur die als signifikant bewerteten Auswirkungen müssen jedoch zwingend in konkrete Umweltziele und Maßnahmenprogramme nach Kapitel 6.2 einfließen und regelmäßig auf ihre Aktualität hin überprüft werden.

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