ISO 14001/Umwelt

Was ist CSRD?

Definition

CSRD: Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist eine EU-Richtlinie, die große und zunehmend auch mittelgroße Unternehmen zu einer standardisierten, prüfpflichtigen Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den European Sustainability Reporting Standards verpflichtet.

Die CSRD löst die bisherige, deutlich schwächere Non-Financial Reporting Directive ab und weitet den Kreis berichtspflichtiger Unternehmen stufenweise aus — beginnend bei bereits nach altem Recht berichtspflichtigen Großunternehmen, gefolgt von weiteren großen und schließlich, in einer späteren Stufe, auch von kapitalmarktorientierten kleinen und mittleren Unternehmen.

Kernprinzip ist die doppelte Wesentlichkeit: Berichtet werden muss sowohl, wie unternehmerisches Handeln Umwelt und Gesellschaft beeinflusst (Impact Materiality), als auch, wie Nachhaltigkeitsrisiken die finanzielle Lage des Unternehmens beeinflussen (Financial Materiality). Anders als beim früheren Recht ist der Bericht extern prüfpflichtig.

AspektInhalt
WesentlichkeitDoppelt: Impact + Finanzen
StandardEuropean Sustainability Reporting Standards
PrüfungExtern durch Wirtschaftsprüfer

Die konkreten Berichtsinhalte umfassen je nach Wesentlichkeitsanalyse Themen wie Treibhausgasemissionen nach Scope 1, 2 und 3, Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft, Arbeitsbedingungen in der eigenen Belegschaft und der Lieferkette sowie Unternehmensführung und Geschäftsgebaren. Anders als bei einer freiwilligen Nachhaltigkeitskommunikation prüft ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer die Angaben zunächst mit begrenzter, perspektivisch mit hinreichender Prüfsicherheit — vergleichbar der Prüfung des Jahresabschlusses. Für nicht direkt berichtspflichtige Zulieferer bedeutet das in der Praxis, zunehmend detaillierte und belastbare Datenanfragen von berichtspflichtigen Großkunden zu erhalten.

Relevanz für die Zertifizierung

Auch nicht direkt berichtspflichtige KMU spüren die CSRD indirekt, wenn sie als Zulieferer Nachhaltigkeitsdaten für die Wertschöpfungskette größerer Kunden liefern müssen. Ein ISO 14001-Umweltmanagementsystem liefert dafür strukturierte, auditierte Umweltkennzahlen als belastbare Datenbasis, statt bei jeder neuen Kundenanfrage Daten manuell und unter Zeitdruck zusammenzustellen. Wer diese Anfragen proaktiv statt reaktiv beantwortet, verschafft sich zudem einen Wettbewerbsvorteil gegenüber weniger vorbereiteten Mitbewerbern. Das gilt besonders in Ausschreibungen, in denen Nachhaltigkeitskriterien inzwischen neben Preis und Qualität als eigenständiger Bewertungsfaktor gelten. Wer diese Anforderungen bereits kennt, bevor sie explizit abgefragt werden, verschafft sich einen zeitlichen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern, die erst reagieren müssen.

Häufige Fragen zu CSRD

Das hängt von Größe und Kapitalmarktorientierung ab: Die Pflicht gilt stufenweise, beginnend bei bereits nach altem Recht berichtspflichtigen Großunternehmen. Auch nicht direkt berichtspflichtige KMU spüren die CSRD indirekt, wenn sie als Zulieferer Nachhaltigkeitsdaten für die Wertschöpfungskette größerer, berichtspflichtiger Kunden liefern müssen.

Berichtet werden muss sowohl, wie unternehmerisches Handeln Umwelt und Gesellschaft beeinflusst (Impact Materiality), als auch, wie Nachhaltigkeitsrisiken die finanzielle Lage des Unternehmens beeinflussen (Financial Materiality). Diese doppelte Perspektive unterscheidet die CSRD deutlich von der schwächeren Vorgängerregelung, der Non-Financial Reporting Directive.

Direkt ersetzt es die Berichtspflicht nicht, da die CSRD nach den European Sustainability Reporting Standards extern prüfpflichtig ist. Ein ISO-14001-Umweltmanagementsystem liefert aber strukturierte, auditierte Umweltkennzahlen als belastbare Datenbasis, die den Aufwand für die eigentliche CSRD-Berichterstattung spürbar reduzieren kann. Die externe Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer bleibt davon unabhängig ein eigener Schritt.

Verwandte Begriffe

Vertiefende Ratgeber