Methoden/IMS

Was ist Compliance-Management?

Definition

Compliance-Management: Compliance-Management bezeichnet das systematische Vorgehen eines Unternehmens – mit festgelegten Strukturen, Prozessen und Verantwortlichkeiten –, um Regelkonformität dauerhaft sicherzustellen, statt sie nur punktuell zu behaupten.

Während Compliance den Zustand der Regelkonformität selbst beschreibt – ein Unternehmen hält sich an geltendes Recht, Normen und interne Vorgaben –, bezeichnet Compliance-Management das dahinterliegende System: die Organisation, mit der dieser Zustand systematisch erreicht, überwacht und bei Bedarf korrigiert wird. Ein Compliance-Management-System (CMS) folgt dabei typischerweise dem klassischen PDCA-Zyklus: Pflichten identifizieren, Risiken bewerten, Kontrollen einführen, deren Wirksamkeit prüfen und bei Abweichungen nachsteuern.

Der internationale Referenzstandard für ein solches System ist ISO 37301, der Anforderungen an Aufbau, Ressourcen und Verantwortlichkeiten eines CMS definiert – unabhängig von der Unternehmensgröße. Zentrale Bausteine sind eine benannte Compliance-Verantwortung (in größeren Unternehmen oft ein Compliance-Beauftragter), ein gepflegtes Rechtskataster als Wissensbasis sowie ein Prozess für interne Meldungen und deren Aufarbeitung.

In kleineren Unternehmen fällt der Unterschied oft nicht auf, weil beide Ebenen von derselben Person getragen werden – wachsen Unternehmensgröße oder regulatorische Komplexität, wird die Trennung zwischen dem angestrebten Zustand und dem Managementsystem dahinter aber praktisch relevant: Ohne System bleibt Compliance vom Engagement Einzelner abhängig statt strukturell abgesichert.

  • Compliance = Zustand der Regelkonformität; Compliance-Management = System dahinter
  • Referenzstandard: ISO 37301 für Aufbau eines Compliance-Management-Systems (CMS)
  • Ablauf folgt dem PDCA-Zyklus: identifizieren, bewerten, kontrollieren, nachsteuern
  • Zentrale Bausteine: Verantwortung, Rechtskataster, Meldeprozess

Relevanz für die Zertifizierung

Für die Zertifizierung nach ISO 9001, 14001, 45001, 27001 oder 50001 verlangt kein Kapitel wörtlich ein Compliance-Management-System nach ISO 37301 – der Auditor prüft aber in Kapitel 6.1.3 jeder dieser Normen, ob bindende Verpflichtungen systematisch bestimmt und eingehalten werden, was faktisch ein Mindestmaß an Compliance-Management voraussetzt. Wer über ein reines Rechtskataster hinaus bereits klare Verantwortlichkeiten, einen Meldeprozess für Verstöße und eine regelmäßige Wirksamkeitsprüfung eingeführt hat, tut sich im Audit leichter, weil die einzelnen Nachweise nicht isoliert, sondern als zusammenhängendes System vorliegen. Für kleinere Betriebe reicht dafür meist keine eigenständige CMS-Zertifizierung, sondern die saubere Einbettung dieser Elemente in das bestehende Managementsystem.

Häufige Fragen zu Compliance-Management

Eine eigenständige Zertifizierung nach ISO 37301 ist für die meisten KMU nicht erforderlich. Jede ISO-Managementsystemnorm verlangt in Kapitel 6.1.3 jedoch, bindende Verpflichtungen systematisch zu bestimmen und einzuhalten – dafür reicht in der Regel ein gepflegtes Rechtskataster mit klaren Verantwortlichkeiten innerhalb des bestehenden Managementsystems, statt eines separaten CMS.

Compliance beschreibt den Zustand: Ein Unternehmen hält geltendes Recht, Normen und interne Vorgaben ein. Compliance-Management ist das System dahinter – die Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten, mit denen dieser Zustand systematisch erreicht, überwacht und bei Abweichungen korrigiert wird, statt vom Engagement Einzelner abzuhängen.

ISO 37301 beschreibt Anforderungen an Aufbau, Ressourcen und Verantwortlichkeiten eines Compliance-Management-Systems, unabhängig von der Unternehmensgröße. Dazu zählen eine benannte Compliance-Verantwortung, ein gepflegtes Rechtskataster als Wissensbasis sowie ein Prozess für interne Meldungen und deren Aufarbeitung, eingebettet in den PDCA-Zyklus aus Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Nachsteuerung.

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