ISO 50001/Energie

Was ist Energiepolitik?

Definition

Energiepolitik: Die Energiepolitik ist die von der obersten Leitung verabschiedete schriftliche Grundsatzerklärung eines Unternehmens zu Zielen und Verpflichtungen im Umgang mit Energie; sie bildet nach ISO 50001 Kapitel 5.2 den strategischen Rahmen des Energiemanagementsystems.

Die Energiepolitik ist kein Werbetext, sondern ein normativ vorgeschriebenes Dokument mit konkreten Pflichtinhalten: die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der energiebezogenen Leistung, die Zusage ausreichender Ressourcen und Informationen, die Verpflichtung zur Einhaltung bindender rechtlicher Verpflichtungen sowie der Rahmen für die Festlegung und Überprüfung von Energiezielen.

Anders als einzelne Effizienzmaßnahmen betrifft die Energiepolitik nicht ein konkretes Projekt, sondern die grundsätzliche strategische Ausrichtung. Sie muss dokumentiert, im Unternehmen kommuniziert und für interessierte Parteien verfügbar sein.

PflichtinhaltBedeutung
VerbesserungsverpflichtungEnergiebezogene Leistung steigern
RessourcenzusagePersonal, Budget, Information
RechtskonformitätBindende Verpflichtungen einhalten

In der Praxis wird die Energiepolitik häufig zu allgemein formuliert, etwa als reine Absichtserklärung ohne Bezug zu konkreten Energiezielen oder Kennzahlen. Wirksamer ist eine Energiepolitik, die zumindest grob die wesentlichen Energieeinsatzbereiche des Unternehmens benennt und einen klaren Rahmen dafür setzt, wie Energieziele daraus abgeleitet und regelmäßig überprüft werden. Die Energiepolitik sollte zudem regelmäßig im Rahmen der Managementbewertung auf Aktualität geprüft werden, insbesondere wenn sich Produktionsumfang, eingesetzte Anlagen oder gesetzliche Rahmenbedingungen wesentlich verändert haben. Auch die Kommunikation der Energiepolitik an externe Dienstleister und Lieferanten gehört zu den oft übersehenen Anforderungen.

Relevanz für die Zertifizierung

Ohne eine von der Geschäftsführung unterzeichnete und im Unternehmen kommunizierte Energiepolitik ist eine ISO 50001-Zertifizierung nicht möglich. Auditoren prüfen im Stufe-1-Audit als erstes, ob dieses Dokument existiert und den Mitarbeitenden tatsächlich bekannt ist, nicht nur formal in einer Schublade liegt. Eine kurze, aber inhaltlich konkrete Energiepolitik ist dabei überzeugender als ein langes, aber austauschbares Grundsatzdokument. Idealerweise erkennt man am Text, dass er tatsächlich für das jeweilige Unternehmen und nicht als generische Vorlage formuliert wurde. Eine gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen erarbeitete Energiepolitik erfüllt dieses Kriterium meist zuverlässiger als ein rein von außen zugekauftes Musterdokument.

Häufige Fragen zu Energiepolitik

Ja, ohne eine von der Geschäftsführung unterzeichnete und im Unternehmen kommunizierte Energiepolitik nach Kapitel 5.2 ist eine ISO-50001-Zertifizierung nicht möglich. Auditoren prüfen bereits im Stufe-1-Audit als erstes, ob dieses Dokument existiert und den Mitarbeitenden tatsächlich bekannt ist. Eine reine Absichtserklärung ohne konkrete Verpflichtungen erfüllt die normativen Anforderungen dagegen nicht.

Pflichtinhalte sind die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der energiebezogenen Leistung, die Zusage ausreichender Ressourcen und Informationen, die Verpflichtung zur Einhaltung bindender rechtlicher Verpflichtungen sowie der Rahmen für die Festlegung und Überprüfung von Energiezielen. Reine Werbeaussagen ohne diese Inhalte genügen der Norm nicht.

Nein. Die Energiepolitik muss dokumentiert, im Unternehmen kommuniziert und für interessierte Parteien verfügbar sein. Auditoren prüfen im Stufe-1-Audit gezielt, ob Mitarbeitende die Inhalte tatsächlich kennen, ein Dokument, das nur formal in einer Schublade liegt, reicht für die Zertifizierung nicht aus.

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